Trainerwechsel: Der VfL Wolfsburg schmeißt Hecking raus

Trainerwechsel
Der VfL Wolfsburg schmeißt Hecking raus

Der VfL Wolfsburg trennt sich nach einem schwachen Saisonstart von Trainer Dieter Hecking. Der Verein spricht von einer „einvernehmlichen Trennung“. Vorerst soll U23-Coach Valérien Ismaël die Mannschaft übernehmen.

Wolfsburg2015 war er noch der „King“ von Wolfsburg - ein Jahr später hat es nun auch Dieter Hecking erwischt. Der Trainer des Jahres 2015 ist nur 506 Tage nach seinem persönlich größten Triumph zum ersten Mal in seiner Karriere als Bundesligacoach beurlaubt worden. Der im Jahr 2016 bitter enttäuschende VfL Wolfsburg sprach am Montagabend von einer „einvernehmlichen Trennung“.

„Menschlich tut mir dieser Schritt sehr leid“, verkündete Sportchef Klaus Allofs. Noch am Abend zuvor hatte Allofs nach dem 0:1 gegen Aufsteiger RB Leipzig eine Trennung als „Mangel an anderen Ideen“ bezeichnet. Gleichzeitig hatte er Hecking offiziell infrage gestellt und einen Tag später seine Ideenlosigkeit mit der Beurlaubung kundgetan: „Nach den zuletzt enttäuschenden Leistungen sind wir zu der Entscheidung gekommen, durch einen Wechsel auf der Cheftrainerposition dem Team neue Impulse zu geben.“

Zunächst soll der bisherige Coach des Wolfsburger Regionalligateams, Valérien Ismaël, den Bundesliga-14. auf die Partie am Samstag beim SV Darmstadt 98 vorbereiten. Der frühere Profi von Werder Bremen und Bayern München ist ein Allofs-Zögling. 2003 hatte ihn Allofs als Bremer Manager in die Bundesliga und 2013 als Trainer der VfL-U23 nach Wolfsburg geholt. Am Dienstag (15.30 Uhr) leitet Ismaël erstmals das Training der VfL-Profis.

„Ich hätte gerne mit der Mannschaft weitergearbeitet und sie wieder in die Erfolgsspur zurückgeführt, respektiere aber die Entscheidung des Clubs“, sagte Hecking. Lange sah es so aus, als könnten er und Allofs, der den Coach kurz vor Weihnachten 2012 aus Nürnberg geholt hatte, den VfL endlich die dringend gewünschte Kontinuität und gleichzeitig Erfolg bescheren. Platz elf 2013, Platz fünf 2014, Vizemeisterschaft und Pokalsieg 2015 - lange ging es bergauf.

„Wir haben in den intensiven fast vier Jahren eng und erfolgreich zusammengearbeitet, mit dem Gewinn des DFB-Pokals und der Vize-Meisterschaft 2015 als Höhepunkt einer bis dahin kontinuierlich nach oben führenden Entwicklung“, befand Allofs, der sich nicht nur beim Pokalsieg im Mai 2015 mit Hecking glückselig in den Armen gelegen hatte. Hecking trug damals ein Baseball-Cap mit der Aufschrift „King“.

2016 folgte der Absturz, nachdem Deutschlands Fußballer des Jahres Kevin De Bruyne 2015 für die Rekordsumme von 75 Millionen Euro zu Manchester City verkauft worden war. Nach dem Aus im Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid funktionierte vieles nicht mehr. Saisonübergreifend holten die Niedersachsen gerade einmal 25 Punkte aus 24 Spielen - abstiegsreif. Die vergangenen Saison beendete der VW-Club mit Ach und Krach auf Platz acht.

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