Trainingslager der DFB-Teams
Lahms Verletzung trübt die Stimmung

Bei Beach-Volleyball oder Strandspaziergang genossen etliche Nationlapspieler den ersten Tag des Regenrations-Trainingslagers auf Sardinien. Nur dem Bundestrainer war nach der Hiobsbotschaft von der Verletzung von Phillipp Lahm nicht nach guter Laune zu Mute.

HB PULA. Der drohende WM-Ausfall von Stammkraft Philipp Lahm hat Jürgen Klinsmann gleich zum Auftakt der heißen Vorbereitungsphase geschockt, aber nach spontaner Wut und Niedergeschlagenheit nicht entmutigt. Nach der Operation des Münchner Abwehrspielers, der sich am Dienstagabend im "Juxspiel" der Fußball-Nationalmannschaft gegen den FSV Luckenwalde (7:0) einen Teilanriss einer Sehne und eines Bandes am linken Ellbogen zugezogen hatte, herrscht drei Wochen vor dem Eröffnungsspiel am 9. Juni gegen Costa Rica das Prinzip Hoffnung. "Es ist möglich, dass Philipp Lahm das schafft", sagte DFB-Coach Joachim Löw, der in Vertretung von Cheftrainer Klinsmann am ersten Tag des Regenerations-Trainingslagers im traumhaft schönen und sommerlich warmen "Forte Village Resort" auf Sardinien die schlechte Nachricht den mitgereisten Reportern übermitteln musste.

Nach dem am Mittwochmorgen von Professor Ludwig Seebauer in München vorgenommenen Eingriff war wenigstens die schlimmste Befürchtung ausgeräumt, mit der der deutsche WM-Kader um den verschnupften Kapitän Michael Ballack am Abend zuvor nach Italien geflogen war. "Ein Bruch hätte das Aus für die WM bedeutet", bemerkte Löw: "Gestern Abend waren wir alle relativ niedergeschlagen, aber nach der Diagnose sind wir hoffnungsfroh." Auch Klinsmann gab den Zweckoptimisten: "So etwas wünscht man sich nicht, aber wir bleiben positiv." Nach Sebastian Deisler (Knie-OP) wäre dessen Bayern-Kollege Lahm der zweite schwerwiegende WM-Ausfall.

Klinsmann hatte das Spiel für das WM-Organisationskomitee, das laut Teammanager Oliver Bierhoff ein "klares Juxspiel" sein sollte, aus Furcht vor Verletzungen nie gewollt. Und mit dem Spaß, den die 20 000 Zuschauer in Mannheim am lockeren 7:0-Sieg der DFB-Elf hatten, war es für den Bundestrainer spätestens nach 40 der 60 Minuten endgültig vorbei. "Wir hatten schon eine Wut, dass so etwas in so einem Spiel passiert", verriet Löw am Tag danach, auch wenn den Luckenwalder Gegenspieler keine Schuld an der Verletzung treffe. Lahm war nach einem Zweikampf unglücklich auf den linken Arm gestürzt.

Bei optimalem Heilungsverlauf soll Lahm mit einer Schiene am operierten Gelenk, das bei Zweikämpfen besonders belastet wird, schon am Wochenende wieder mit Lauftraining beginnen. Nach 14 Tagen könnte der Münchner dann wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. "Aber wir müssen abwarten: Es war eine Operation. Es kann eine Infektion oder eine Entzündung eintreten. Ein Restrisiko bleibt natürlich", sagte Löw.

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