Transfermarkt
Wie die Verkaufspreise für Fußballer explodieren

Der Wert der Fußballerelite wird krass unterschätzt. Sportforscher schätzen, dass die Preise für Top-Kicker um bis zu 95 Prozent hochschießen werden. Wer bald Großverdiener ist und noch mehr Gehalt kassieren dürfte.
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DüsseldorfDer Transfermarkt für Fußballer spielt verrückt. Solche und ähnliche Sätze sind schon länger zu hören, seit blutjunge Spieler wie der Schalker Leroy Sané für völlig überhöht wirkende 50 Millionen Euro und mehr von einem Klub zum anderen verkauft werden. Dass solche Transfers längst kein Einzelfall mehr sind, zeigt ein Blick auf die jüngste Sommertransferliste.

Bei neun der zehn Top-Vereinswechsler lagen die kolportierten Ablösesummen deutlich über dem Marktwert, der von Fans und selbsternannten Fußballexperten durch die Internetplattform Transfermarkt.de ermittelt worden ist. Und überraschend ist zudem: Immer noch liegt die durch Transfermarkt.de gängige Wertschätzung für diese Kicker unter den tatsächlichen Ablösen.

Dabei sollte ein tatsächlich getätigter Transfer erster und wichtigster Anhaltspunkt für den Wert eines Fußballers sein, zumal anziehende Preise am Transfermarkt ein allgemeines Phänomen sind. Offenbar sind Fans und Fußballkenner jedoch derzeit überfordert, ein Geschäft einzuschätzen, das sich durch viele neue Milliarden von TV-Sendern und Sponsoren gerade in Europa rasant ändert.

Die Schweizer Fußballforscher vom Institut Cies haben diesen Umbruch im Fußballgeschäft erkannt und bei ihrer Werteinschätzung von Spitzenfußballern berücksichtigt. Cies berechnet den Wert und damit den möglichen Verkaufspreis von Kickern mit einem mathematischen Modell, in das eine Vielzahl von Faktoren fließen.

Zu den wichtigsten Einflüssen für den Preis eines Fußballers zählen neben dem Alter, der Länge des Vertrags, der Position und den zuletzt gezeigten Leistungen auch die finanziellen Möglichkeiten in der Branche. Grundsätzlich gilt: Je jünger ein guter Fußballer ist, je spektakulärer er spielt und je länger sein Vertrag noch läuft, desto höher ist sein möglicher Verkaufswert.

Keine Regel ohne Ausnahme: Auch ältere Spieler können extrem hohe Verkaufspreise erzielen. Letztlich hängt dies von der Kalkulation des Käufers ab. Wer etwa den Weltfußballer Cristiano Ronaldo will, der weiß, dass ein 31 Jahre alter Fußballer eine schlechte sportliche Perspektive hat. Bei solchen Kickern spielt das jedoch eine geringere Rolle – verglichen mit den Vermarktungschancen.

Kommentare zu " Transfermarkt: Wie die Verkaufspreise für Fußballer explodieren"

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  • Wenn die Gehirne der Spieler und auch Funktionäre mitwachsen würden, wäre das in Ordnung.

    Leider ist das nicht immer der Fall. Es ist auch nur ein triviales Fußballspiel. Wie sollen sich diese Menschen intellektuell entwickeln können?

    Geld alleine reicht dazu nicht aus. Und das merkt man bei vielen Spielern, die geistig einfach nur stehen geblieben sind.

    Fußball ist schön, aber nicht der Nabel der Welt.

    Hoeneß, Özil, Messi, Rinaldo & Co. als Vorbilder?


    Wunderbar vielleicht fü ein Teil unserer verdummtem Gesellschaft und Politik, die sich gerne mit fremden Federn schmücken und uns die gelungene Integration von den Özils weiß machen wollen.

    Dumm, dümmer, Politiker.

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