Transferpoker
Das Gerangel um Hummels gerät zur Posse

Es geht um viel Geld. Es geht um Ehre. Und um die nächsten Titel für den FC Bayern. Doch vorher muss der Rekordmeister tief in die Kasse greifen. Weltmeister Mats Hummels im Fokus von Fans und Fußballmachern.

DüsseldorfMats Hummels erhitzt die Gemüter – von Fans und Managern. Klar ist: Der Kapitän von Borussia Dortmund will zum größten Konkurrenten, dem FC Bayern München, wechseln. Doch ob das schon zur nächsten Saison gelingt oder erst ein Jahr später, ist noch offen. Viel Raum für Spekulationen, öffentliches Poker um die Ablösesumme und Gefühlsäußerungen von Fans.

Am Samstag musste Mats Hummels zunächst ein Spiel im Dortmunder Stadion bestreiten, das der BVB zwar 5:1 gegen den VfL Wolfsburg gewann, das für ihn aber alles andere als lustig war. Denn er wurde fast 90 Minuten lang bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Da er während der 90 Minuten 123 Mal den Ball berührte, musste er die Unmutsäußerungen wohl rund 100 Mal über sich ergehen lassen.

Schon während des Spiels sorgte dies in den sozialen Netzwerken für erregte Diskussionen. Viele fanden solch eine Reaktion für einen so verdienten BVB-Spieler als völlig unangemessen. Selbst im Stadion bildeten sich zwei Lager: Diejenigen, die pfiffen, und diejenigen, die im applaudierten. Grund genug gab es dafür: Hummels lieferte eine hervorragende Partie ab.

Dies zeigt die Statistik: Nur Sven Bender war mit 140 Ballkontakten mehr in das BVB-Spiel eingebunden als Hummels. Mehr als 87 Prozent seiner 113 Pässe kamen an – ein Superwert. Acht seiner elf Zweikämpfe gewann der Weltmeister. Die Quote von 72 Prozent ist – auch angesichts der hohen Zahl der direkt geführten Duelle – sehr gut.

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Die pfeifenden Fans interessierte das wenig. Entsprechend hitzig ging nach dem Spiel die Diskussion über den Umgang mit den Wechselabsichten des Kapitäns los. „Mats ist ein astreiner Bursche. Ein ganz großartiger Junge“, sagte BVB-Boss Aki Watzke im Radiosender WDR 2: „Und wer den beleidigt, der hat eigentlich das Recht eigentlich schon verspielt, zu uns zu gehören, weil das ist nicht Borussia Dortmund.“

„90 oder 95 Prozent der Zuschauer“ machte Watzke gleichzeitig ein „Riesen-Kompliment“, weil sie nicht pfiffen. Hummels selbst sagte: „Das waren nicht die Fans. Es waren nur 300, die mich schon vorher nicht unbedingt geliebt haben. Die haben die Bühne genutzt. Ich habe gesehen, woher das kam.“

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„Das ist der größte Humbug, den ich je gehört habe"

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