Transferpoker mit Barcelona
Warum der BVB für Dembélé 200 Millionen verlangen kann

BVB-Fußballprofi Dembélé verschwindet, um einen Wechsel zu Barcelona zu erzwingen. Das ist kindisch, spielt Borussia Dortmund in die Karten und ist gut für Aktionäre. Der Preis für einen Transfer steigt. Ein Kommentar.
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DüsseldorfZu den Märchen im Profi-Fußball gehört die Annahme, dass ein wechselwilliger Fußballer am längeren Hebel sitzt, wenn er gehen will. Meistens ist das nicht so, weil die Jungmillionäre einen Vertrag unterschrieben haben, der einen Transfer nur mit dem Einverständnis des jeweiligen Arbeitgebers ermöglicht.

Das ist auch bei dem erst 20 Jahre alten Franzosen Ousmane Dembélé so, dem Shooting-Star der vergangenen Bundesliga-Saison. Mit seinen Vorlagen und Toren war er der Garant dafür, dass der BVB in der vergangenen Saison endlich wieder mit dem DFB-Pokal einen wichtigen Titel holte. Nun wird er nach dem Abgang von Neymar extrem stark vom FC Barcelona umworben.

Da will er unbedingt hin, doch das ist nicht so einfach, weil sein BVB-Vertrag bis 2021 läuft – ohne Ausstiegsklausel. Die Dortmunder würden ihn am liebsten behalten, weil der Offensivspieler so etwas wie das Versprechen auf den nächsten Titel ist. Doch da Barcelona mindestens 222 Millionen Euro für neue Stürmer ausgeben kann, müssen die BVB-Manager zumindest zuhören.

Eine Verhandlungsrunde in dieser Woche scheiterte jedoch an zu unterschiedlichen Vorstellungen. Die BVB-Bosse gingen vermutlich mit Forderungen von weit mehr als 100 Millionen Euro in den Poker, so viel wollen die Spanier aber bisher nicht zahlen. Das Problem der Katalanen: Jeder weiß um ihren Geldsack, also steigen Transferforderungen schnell mal um 30, 40 oder 50 Millionen Euro.

Bei Dembéle sind Summen um 150 Millionen Euro noch nicht einmal zu hoch gegriffen. Laut der jüngsten Rangliste der Schweizer Fußballforscher Cies von Anfang Juli ist der Spieler knapp 90 Millionen Euro wert. Rechnet man die durch den Neymar-Transfer ausgelöste Inflationsrate hinzu, könnte man für Dembéle nun ohne weiteres 200 Millionen Euro verlangen.

Das wäre schon deshalb angemessen, weil sich die Lage am Transfermarkt für Borussia Dortmund nun täglich verschlechtert. Einen annähernd gleichwertigen Ersatz für Dembélé können sie nur bis Ende August verpflichten. Doch je länger die Spanier zögern, umso mehr läuft dem BVB für Folgetransfers die Zeit weg.

Abgesehen davon: Natürlich würden die Transfer-Forderungen anderer ebenfalls steigen – jeder will eben seinen Anteil an den 222-Neymar-Millionen.  

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