Transferposse um De Bruyne
Handelsware Fußballspieler

Geht Kevin De Bruyne nach England? Oder bleibt er in Wolfsburg? Ein Deal mit Manchester City wurde schon als nahezu perfekt gemeldet, dann aber dementiert. Das Geschacher zeigt: Fußballer sind mehr Ware denn je.
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DüsseldorfKein Tag vergeht ohne eine Meldung über Kevin De Bruyne. Auch am Mittwoch war das so - mit dem Tenor: Er geht nach England, der Deal sei nahezu perfekt. Einen halben Tag später folgt das Dementi: „Es gibt keine Einigung mit Manchester City.“ Das sagte am Mittag der Wolfsburger Manager Klaus Allofs auf der turnusmäßigen Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen Schalke 04. Fortsetzung folgt.

Was bisher geschah: Der blonde Belgier gilt als der derzeit beste Fußballer in der Bundesliga. Ihm hat es der VfL Wolfsburg zu verdanken, dass der VW-Klub in der vergangenen Saison zum Bayern-Jäger Nummer eins wurde und sogar den DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund gewann. Durch die herausragende Saison ist De Bruyne ins Blickfeld aller großen Klubs in Europa geraten. Jeder hätte ihn gern in den eigenen Reihen, doch leisten können sich das nur noch ganz wenige. Denn die öffentlich gehandelten Ablösesummen erreichten zuletzt Beträge rund um 80 Millionen Euro.

So viel Geld haben auf der Welt bisher nur ganz wenige Fußballer gekostet, die allesamt in Madrid oder Barcelona spielen: Cristiano Ronaldo, Gareth Bale, Neymar, Luis Suarez und James Rodriguez. Dass von Scheichs finanzierte Klubs wie Manchester City und Paris SG nun angeblich ebenfalls so viel bieten, zeigt, dass sich im Fußballgeschäft die Gewichte verschieben.

Noch nie hatte zudem die Bundesliga einen Spieler, dessen Wert so schnell in die Höhe geschossen ist. Vor einem Jahr galt De Bruyne zwar auch als sehr viel versprechend, doch niemand hätte auch nur annähernd solche Summen für den 24 Jahre alten Kicker zahlen wollen. Selbst vor zwei Monaten war es noch recht ruhig um den offensiven Mittelfeldspieler.

Erst im August beschleunigte sich die Debatte. Aus gutem Grund: Nur bis maximal zum 1. September können die Fußballklubs in Europa noch neue Spieler für die erste Hälfte der Saison 2015/16 kaufen. Danach ist erst einmal Ruhe bis Weihnachten. Kein Wunder also, dass derzeit um einige Topspieler täglich neue Gerüchte die Runde machen.

Nicht immer können solche Spekulationen so schnell im Keim erstickt werden wie im Fall von Weltmeister Thomas Müller. Den erklärten die Bayern aus München rasch für unverkäuflich. Damit ist an dieser Front Ruhe. Bei dem Belgier De Bruyne war die Situation etwas verzwickter – und deshalb war jeglichen Spekulationen wochenlang Tür und Tor geöffnet.

Kommentare zu " Transferposse um De Bruyne: Handelsware Fußballspieler"

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  • Vereine, Spieler, Investoren - schachern hunderte von Millionen und der Steuerzahler kann die Polizeieinsätze und über die Zwangsabgabe GEZ den ganzen Quatsch bezahlen.

    Wahnsinn !

  • Die Bundesliga ist selber schuld. Wenn die Gehälter im internationalen Maßstab in Deutschland zu niedrig sind, dann geht man(n) eben dahin wo es mehr zu holen gibt.

    Wer will sich schon seine Beine kaputttreten lassen für unter 10 Mio. € im Jahr, zumal bei einer begrenzten Lebensarbeitszeit nur bis max. Anfang/Mitte 30 um die Altersvorsorge abzuschließen und auch künftig weiterhin den gewohnten Lebensstandard/stil beizubehalten ?

  • wann wird diesen Rekordsummen endlich der Riegel vorgeschoben? Diese Entwicklung ist mehr als gefährlich! Es kann doch nicht sein, dass ein Fußballspieler so viel Geld verdient, ganz egal was er in seiner Jugend aufgeben musste! Das musste andere Sportler auch!
    Ich finde diese Entwicklung einfach nur wahnsinnig! Ich schau mir lieber ein unterklassiges Spiel mit ehrlichen Fußballern an als die mit Geld vollgepumpten Heuler. Wenn dann wieder Schmähgesänge von den Rängen kommt wird wieder geheult dass man sowas doch nicht machen kann "der arme arme Spieler" mit seinen dreistelligen Milliönchen!
    Völlig richtig wenn dann mal ne Gruppe Fans beim Training erscheint und mal klare Ansagen macht wenn die Leistung nicht stimmt. Aber die meisten Clubs können ja mittlerweile auf ihre Fans verzichten denn da kommt das Geld schon lange nicht mehr her...siehe RB Leipzig!
    Nieder mit diesem Retortenverein!

    Gegen den modernen Fußball!

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