Fußball
Trapattoni trotzt weiter seinen Kritikern

VfB Stuttgarts Trainer Giovanni Trapattoni bleibt seiner Linie treu und trotzt seinen Kritikern nach der umstrittenen Degradierung Zvonimir Soldos zum Ersatzspieler. Der ehemalige Stammplatz-Abonnent reagiert gelassen.

Der Star-Trainer in Reihen des VfB Stuttgart, Giovanni Trapattoni, sucht derzeit nach Verständnis. Sogar einen Dolmetscher engagierte der "Maestro", um von seinen Kritikern nicht missverstanden zu werden. Streitpunkt ist und bleibt Zvonimir Soldo.

"Ich schätze ihn als Mensch und Spieler sehr. Aber ich suche Spieler mit offensiven Qualitäten", erklärte Trapattoni die erneute Nicktberücksichtigung des 37-Jährigen im Erstrunden-Pokalspiel beim Regionalligisten TSG Hoffenheim (4:3 n.V.) am Sonntag.

Soldo selbst, der vor einer Woche bei der Bundesliga-Pleite gegen den 1. FC Köln (2:3) erstmals in seiner zehnjährigen VfB-Karriere 90 Minuten auf der Ersatzbank saß, verkneift sich jeden bissigen Kommentar. Der älteste Feldpieler der Bundesliga behauptet indes: "Angst vor einer Demontage habe ich nicht. Ich weiß, was ich tun muss." Nämlich weiter wie ein Musterprofi arbeiten. Soldo (271 Bundesligaspiele/15 Tore für den VfB) legt wie gewohnt die ein oder andere Extraschicht ein. Wohlwissend, dass es für ihn am Wasen wohl nie wieder so sein wird, wie es einmal war.

Soldo unter Sammer und Magath mit Stammplatzgarantie

Während der besonnene Kroate bei ehemaligen VfB-Trainern wie Felix Magath oder Matthias Sammer eine Stammplatzgarantie besaß, dient der defensive Mittelfeldspieler Trapattoni lediglich noch als Vorbild an Professionalität. "Soldo ist auf der Bank ebenso wichtig wie im Training. Er ist ein Beispiel für die jungen Spieler. Deshalb behält er auch die Kapitänsbinde", betonte "Trap" - und sorgt auch in den eigenen Reihen für Unverständnis. "Das Ergebnis spiegelt es wider", beschrieb Torwart Timo Hildebrand angesichts des zwischenzeitlichen 0:3-Zwischenstandes gegen Köln die Konsequenzen der Soldo-Ausmusterung.

Doch Trapattoni, mit 19 Titeln einer der erfolgreichsten Vereinstrainer der Welt, will sich trotz des schwachen Ligastarts des VfB mit nur einem Punkt aus zwei Spielen nicht beirren lassen. Der frühere "Catenaccio-Verfechter" setzt mit 66 Jahren auf die Verjüngung seiner ersten Elf sowie einen für ihn selbst ungewohnten Offensivgeist und fordert gleichzeitig Geduld. "Ein Haus wird auch nicht an einem Tag gebaut", wehrt sich Trapattoni gegen Kritiker und hat keine Skrupel, "Hausmeister" Soldo auf die Bank zu setzen.

Druck auf Trap wird größer

Allerdings wird der Druck auf Trapattoni ob der umstrittenen Soldo-Personalie und den jüngst enttäuschenden Auftritten langsam größer. Und die Sorgenfalten werden tiefer, denn nach dem Langzeitverletzten Daniel Bierofka (Knöchelbruch) fällt jetzt auch Stürmer Marco Streller voraussichtlich bis zu acht Wochen aus. Der Schweizer Nationalspieler, der in der vergangenen Saison nach einem Schien- und Wadenbeinbruch und zwei Operationen insgesamt elf Monate pausieren musste, zog sich beim Pokalspiel in Hoffenheim einen Anriss des Außenbandes im rechten Knie zu. Das ergab die Kernspintomographie am Montag.

"Sein Ausfall trifft uns sehr hart", sagte ein entsetzter VfB-Präsident Erwin Staudt mit Blick auf die schwere Auswärtsaufgabe am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) beim Tabellenzweiten Werder Bremen. Auch der kroatische Neuzugang Mario Carevic hatte bei seinem Debüt im VfB-Trikot trotz seines Treffers zum vorentscheidenden 3:2 (100.) Grund zur Klage. Der 23-Jährige zog sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und fällt gegen Bremen definitiv aus.

© SID

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