Treffen der WM-Trainer
Chefcoach mit 31 Jahren

Ohne Bundestrainer Jürgen Klinsmann treffen seine Kollegen am Montag in Düsseldorf beim Fifa-Workshop zum Stelldichein der Fußballweisen zusammen. Große Unterschiede gibt es dort nicht nur zwischen den vertretenen Fußballphilosophien zu beobachten.

HB DÜSSELDORF. Während Bundestrainer Jürgen Klinsmann dem Fifa-Workshop für die Trainer der WM-Teilnehmer ab Montag in Düsseldorf einen Heimaturlaub in Kalifornien vorzieht, ist die zweitägige Veranstaltung für Otto Pfister von großer Bedeutung. Schließlich wurde der neben Klinsmann zweite deutsche Trainer bei der WM erst am 18. Februar als neuer Nationalcoach von Togo vorgestellt und hat damit von allen qualifizierten Nationaltrainern die kürzeste Vorbereitungszeit. Da ist selbst eine Veranstaltung, bei der es überwiegend um organisatorische Dinge geht, von Bedeutung.

"Für mich gibt's ab sofort keinen freien Tag mehr", hatte Pfister bei seiner Vorstellung bereits gesagt. Der gebürtige Kölner ist Nachfolger des Nigerianers Stephen Keshi, dem die enttäuschenden Resultate beim Afrika-Cup in Ägypten zum Verhängnis geworden waren. Mit 68 Jahren ist der Weltenbummler, der mit Togo in der Gruppe G auf Frankreich, die Schweiz und Südkorea trifft, der zweitälteste Trainer bei der WM im eigenen Land.

Der Senior unter den 32 Nationaltrainern ist Luis Fernando Suarez vom deutschen Gruppengegner Ecuador. Der Kolumbianer wird gut einen Monat vor Beginn der Weltmeisterschaft 71 Jahre alt und würde sich mit einem erfolgreichen Abschneiden in Deutschland ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machen. Sogar während der WM feiert der Franzose Roger Lemerre Geburtstag. Einen Tag vor dem zweiten Gruppenspiel seiner Nationalmannschaft Tunesien gegen Spanien (19. Juni) wird er 65.

Vom "Rentenalter" ist Lemerres Landsmann Henri Michel noch ein ganzes Stück entfernt. Der Nationaltrainer der Elfenbeinküste ist mit 31 Jahren der jüngste Coach beim Turnier in Deutschland, das für den eigenwilligen Franzosen bereits die vierte Weltmeisterschaft ist. Bereits 1986 war Michel mit der französischen Nationalmannschaft in Mexiko dabei. Es folgten Engagements mit Kamerun 1994 in den USA und mit Marokko in seiner Heimat 1998. Für Jürgen Klinsmann ist die WM im eigenen Land dagegen eine Premiere. Nach Michel ist der deutsche Bundestrainer zusammen mit dem niederländischen Bondscoach Marco van Basten der jüngste Trainer bei der WM. Beide sind erst 41 Jahre alt.



WM-BÖRSE



Handeln sie die Titelchancen der Teilnehmerländer: Kaufen Sie die Papiere ihres persönlichen WM-Favoriten, setzen Sie auf den weiteren Finalrunden-Verlauf und machen Sie mit dem Vorrunden-Aus der Verlierer Gewinne - Mitspieler können attraktive Preise gewinnen!



 www.handelsblatt.com/wmboerse



Während Klinsmann mit Pfister jedoch nur einen Landsmann bei der WM begrüßen kann, trifft van Basten im Sommer gleich auf drei weitere Nationaltrainer aus seiner Heimat. Dick Advocaat (Südkorea), Leo Beenhakker (Trinidad & Tobago) und Guus Hiddink (Australien) vertreten neben van Basten und seinem Nationalteam die Oranje-Farben in Deutschland. Vor allem Hiddink zählt zu den schillernden Trainerfiguren bei der bevorstehenden WM. Vor vier Jahren gelang dem 59-Jährigen mit Gastgeber Südkorea sensationell der Einzug ins Halbfinale, womit der aktuelle Chefcoach der PSV Eindhoven der erste Nationaltrainer in der WM-Geschichte überhaupt war, der mit Teams aus zwei Ländern den Sprung in die Vorschlussrunde einer WM schaffte. 1998 war Hiddink dies mit seinem Heimatland gelungen. Er wird wie Klinsmann und auch Argentiniens Nationaltrainer José Pekerman bei der Veranstaltung in Düsseldorf fehlen.

Neben Hiddink zählt Carlos Alberto Perreira vom Titelverteidiger Brasilien zu den herausragenden Persönlichkeiten bei der Weltmeisterschaft. Der 62-Jährige führt die fünfköpfige brasilianische Trainerriege in Deutschland an, zu der außerdem noch Alexandre Guimaraes (Costa Rica), Filipo Scolari (Portugal), Marcos Paquetá (Saudi-Arabien) und Zico (Japan) gehören. Die Trainer vom Zuckerhut sind damit die "Exportweltmeister" der WM. Perreira ist bereits zum dritten Mal für die "Selecao" verantwortlich und führte den fünfmaligen Weltmeister 1994 in den USA zum Titel. Mit einer Titelverteidigung im Sommer würde Perreira endgültig zu den ganz großen Trainern im Weltfußball aufsteigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%