Fußball
Trio peilt Titel in Italiens Serie A an

Nach den Skandalen der letzten Monate soll in Italiens Serie A nun der grüne Rasen wieder Schauplatz der Auseinandersetzungen sein. Dabei bahnt sich vor dem Saisonstart ein Dreikampf um den "Scudetto" an.

Wenn der Ball wieder rollt, sollen die Querelen rund um Italiens Profi-Klubs endlich der Vergangenheit angehören. Heute startet die skandalgeschüttelte Serie A in ihre neue Saison. "Jetzt beginnt die Meisterschaft, und das Spiel steht endlich wieder im Vordergrund, nicht mehr die Justiz", sagt Franco Carraro, Chef des italienischen Fußball-Verbandes Figc, vor dem Saisonauftakt am Wochenende.

Es dauerte monatelang, bis feststand, welche drei Aufsteiger denn nun mit von der Partie sind. Zwei sportlich qualifizierten Mannschaften wurde die Lizenz verweigert. Der FC Genua rutschte sogar in die dritte Liga ab, weil vor dem abschließenden Zweitliga-Spieltag Geld an den Gegner geflossen ist, dem AC Turin wurde wegen der maroden Klubfinanzen keine Spielerlaubnis erteilt. Stattdessen rückten Treviso FBC und Ascoli Calcio nach.

Lazio mit größtem Schuldenberg

Dabei ist "Torino" nicht mal Spitzenreiter in der Schuldenstatistik. Ganz oben steht Lazio Rom mit rund 120 Mill. Euro. Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten der Liga auf über eine halbe Milliarde Euro. Viele Vereine der Serien A, B und C stehen beim Staat in der Kreide, haben Steuern und Sozialabgaben nicht rechtzeitig bezahlt, das Wirtschaftsministerium hat eine Untersuchung eingeleitet.

Sportlich will Inter Mailand nach zuletzt zwei Titelgewinnen binnen weniger als 100 Tagen im Pokal und Supercup den Großangriff auf die Meisterschaft starten. Nach 16 erfolglosen Jahren seit dem letzten "Scudetto" 1989 hofft Inter, mit Hilfe eines Starensembles im erwarteten Dreikampf mit dem Stadtrivalen AC Mailand und Rekordchampion Juventus Turin bestehen zu können. Dabei setzen die Schwarz-Blauen große Hoffnungen in die hochkarätigen Neuzugänge Luis Figo, Walter Samuel und Santiago Solari, die allesamt von Real Madrid gekommen sind und dem Klub zu mehr Klasse und Stabilität verhelfen sollen.

Schewtschenko bekommt Konkurrenz

Auch Ortsrivale AC Mailand träumt vom Titel, muss aber vor allem den Albtraum des nach einer 3:0-Führung noch verlorenen Champions-League-Finals gegen den FC Liverpool vergessen. Trainer Carlo Ancelotti investierte trotz offensichtlicher Abwehrschwächen vor allem in die Erweiterung seines Sturms und holte Christian Vieri nach sieben Jahren und 122 Toren im Inter-Trikot zum AC. Dort ist er Konkurrent von Andrej Schewtschenko, Europas Fußballer des Jahres 2004. Weil mit dem italienischen Nationalspieler Alberto Gilardino vom Ligakonkurrenten FC Parma ein weiterer Angreifer kam, drohte der Ukrainer schon mal vorsichtshalber mit einem vorzeitigen Abschied, falls er auf die Bank müsse.

Trotz aller Mailänder Ambitionen geht Juventus als Titelfavorit ins Rennen. Die ohnehin schon starke Abwehr wurde mit Robert Kovac vom deutschen Rekordmeister Bayern München verstärkt, dem Mittelfeld soll der für 20 Mill. Euro von Arsenal London geholte französische Nationalspieler Patrick Vieira neue Impulse geben.

Champions League im Blick

Doch die Liga ist nur ein Ziel für den Rekordchampion, der am Sonntag (20.30 Uhr/live bei Premiere) gegen Chievo Verona startet. Viel mehr noch schaut "Juve" auf einen europäischen Titel. "Bei allen Meisterschaftsambitionen haben wir vor allem auch die Champions League im Blick", sagte Juve-Coach Fabio Capello, der mit seinem Team im Vorjahr beim Viertelfinal-Aus gegen den späteren Sieger FC Liverpool enttäuschte.

© SID

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