Trotz Bandscheibenvorfall
Schneider hofft weiter auf EM

Trotz seiner Bandscheibenoperation will Nationalspieler Bernd Schneider an der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz teilnehmen. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Operation ist gut verlaufen, und ich fühle mich den Umständen entsprechend gut", sagte er.

"Die Genesung kann schneller gehen, als viele denken", sagte der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).

Der Profi von Bayer Leverkusen war am Freitag in Hannover wegen eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule operiert worden. Die Verletzung war erst in der vergangenen Woche bei einer Untersuchung in München von Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt festgestellt worden. Zuletzt hatte der Spieler immer wieder über Rückenschmerzen geklagt, allerdings konnte der Grund der Beschwerden von den Bayer-Medizinern nicht lokalisiert werden.

In den kommenden Tagen will Bundestrainer Joachim Löw mit dem trotz wochenlanger Forschwäche für die Euro ursprünglich gesetzten Schneider ein Gespräch führen und ausloten, wie realistisch eine EM-Teilnahme des Führungsspielers ist. "Ich war informiert über seine gesundheitlichen Probleme und darüber, dass der Eingriff unausweichlich war. Ich werde mich in den nächsten Tagen mit den Medizinern und Bernd Schneider in Verbindung setzen. Man muss jetzt mal zwei, drei Tage abwarten. Bis dahin möchte ich keine Prognose abgeben", erklärte Löw.

Für Schneider, mit derzeit 81 Länderspielen erfahrenster Akteur in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), gelten die gleichen Nominierungskriterien wie für den langzeitverletzten Abwehrspieler Christoph Metzelder, der in diesem Jahr wegen einer Verletzung an der Fußsohle noch kein einziges Spiel für seinen Klub Real Madrid oder die Nationalmannschaft absolvieren konnte. Sollte absehbar sein, dass Schneider und Metzelder zum EM-Auftakt am 8. Juni gegen Polen in Klagenfurt einsatzbereit sind, wird Löw beide am 16. Mai bei der Kaderbekanntgabe auf der Zugspitze auch nominieren.

Für den Fall, dass Schneider nicht rechtzeitig gesund wird, hat derzeit der Hamburger Piotr Trochwoski beste Chancen, noch auf den EM-Zug aufzuspringen. Doch daran verschwendet Schneider derzeit noch keinen Gedanken. "Ich bin kein Arzt, aber vielleicht ist ein Bandscheibenvorfall am Halswirbel nicht so schlimm wie einer unten am Rücken", sagte Schneider der Bild am Sonntag.

Schneider spielt seit 1999 im Nationalteam, war bei zwei Weltmeisterschaften (2002 und 2006) dabei. Die EM in den Alpen wäre seine zweite nach 2004. Der technisch versierte Mittelfeldspieler bildet gemeinsam mit Kapitän Michael Ballack, Torsten Frings, Torwart Jens Lehmann und Miroslav Klose den Mannschaftsrat der Nationalmannschaft.

© SID

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