Fußball
Trotz Stürmernot: Magath fordert Sieg gegen Brügge

Das abrupte Ende der Bundesliga-Siegesserie hat der FC Bayern einfach als harmlosen Betriebsunfall abgehakt - eine Bauchlandung bei der Champions-League-Premiere in der Allianz Arena würden die Münchner wohl kaum so locker wegstecken.

dpa MüNCHEN. Das abrupte Ende der Bundesliga-Siegesserie hat der FC Bayern einfach als harmlosen Betriebsunfall abgehakt - eine Bauchlandung bei der Champions-League-Premiere in der Allianz Arena würden die Münchner wohl kaum so locker wegstecken.

Trotz Stürmernot und Formschwäche der Schlüsselspieler Roy Makaay und Michael Ballack hat Trainer Felix Magath im 50. Heimspiel des deutschen Meisters in der europäischen Fußball-Königsklasse gegen den krassen Außenseiter FC Brügge den zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel fest eingeplant.

„Wir müssen mit drei Punkten die Grundlage dafür schaffen, dass wir die Vorrunde relativ gelassen angehen können. Zwei Siege nach zwei Spieltagen wären eine Bomben-Ausgangsposition“, sagte Magath. Oliver Kahn versprach den 66 000 Zuschauern, dass niemand in seinem Team den belgischen Meister unterschätzen werde: „Bei uns ist keiner so blöd und glaubt, dass man gegen Brügge im Vorbeigehen gewinnt.“

Wie wichtig den Bayern die Champions League in dieser Saison ist, bewies der Umgang mit der 0:2-Schlappe im Liga-Gipfel beim Hamburger SV. „Besser jetzt ein Dämpfer als in der Champions League“, bemerkte Ballack. „Warum sollte uns die Niederlage in Hamburg einen Knacks geben? Wir machen uns doch keinen Kopf, weil wir mal drei Punkte abgegeben haben“, erklärte Kapitän Kahn: „Wir haben in der Champions League Großes vor, da werden wir ganz anders auftreten.“

Das ist auch notwendig - und gilt vor allem für die Offensive. Anders als in den letzten zwei Bundesligaspielen wird Magath vom System mit nur einer Spitze wieder abrücken. Neben Makaay, der nach seiner Knieverletzung aus dem Tritt geraten ist und seit vier Pflichtspielen nicht mehr getroffen hat, wird Paolo Guerrero von Anfang an stürmen. Der Peruaner, der schon als Joker das Siegtor beim 1:0-Auswärtserfolg gegen Rapid Wien erzielt hatte, erhält den Vorzug gegenüber den angeschlagenen Roque Santa Cruz (Wade) und Claudio Pizarro (Oberschenkel), die keine Kandidaten für die Startformation seien, wie Magath sagte. „Der Sturmführer ist Makaay. Paolo kann neben Roy völlig unbeschwert aufspielen“, sagte der Coach.

Der torgefährliche Ballack war nach seiner Fußverletzung beim Comeback in Hamburg auch noch kein Gewinn fürs Team. „Auch er kann nicht von Null auf Hundert starten“, forderte Magath Nachsicht mit dem Mittelfeldstar, der am 26. September 29 Jahre alt wurde. Dass Ballack auch gegen Brügge spielt, ist aber keine Frage. „Ich denke, dass er schon am Dienstag wieder da ist, wo er hinmöchte“, prophezeite Kahn.

Ein Hoffnungsträger ist für Magath auch Bastian Schweinsteiger. Der Nationalspieler überzeugte ihn nach seiner Einwechslung gegen den HSV. „Er war ein positives Element, er hat zur alten Form gefunden.“

Ein böses Erwachen gegen Brügge erlebte vor zwei Jahren Borussia Dortmund. Der BVB scheiterte 2003 in der Qualifikation zur Champions League an den Belgiern. Das Team von Trainer Jan Ceulemans, das am 1. Spieltag gegen Juventus Turin mit 1:2 verloren hatte, reiste jedoch mit großen Abwehrproblemen nach München an. Die Hoffnungen der Belgier lasten in erster Linie auf den Schultern des kroatischen Torjägers Bosko Balaban. In Deutschland ist allerdings Sven Vermant der bekannteste Akteur im Team des FC Brügge. Der ehemalige Bundesliga-Profi freut sich auf das Wiedersehen mit den Bayern und seine Premiere in der Allianz Arena: „Mit Schalke habe ich meist sehr gut ausgesehen gegen Bayern. Aber Brügge ist nicht Schalke.“

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