Türkische Liga
Die Angst vor dem Exodus

Terror, Putschversuch, Ausnahmezustand: Mario Gomez hat Besiktas Istanbul bereits verlassen, andere Profis äußern sich ebenfalls besorgt über die politische Lage in der Türkei. Ein Gegenbeispiel gibt es: Lukas Podolski.

IstanbulVor zwei Monaten wurden Mario Gomez und José Ernesto Sosa von den Besiktas-Fans noch heftig umjubelt. Die früheren Profis des FC Bayern München hatten großen Anteil daran, dass die „Adler“ aus Istanbul in der vergangenen Saison die erste Fußball-Meisterschaft seit 2009 feierten. Gomez war mit 26 Treffern Torschützenkönig der türkischen Süper Lig geworden. Sosa hatte sieben Tore beigesteuert und war mit zwölf Assists bester Vorlagengeber der Liga.

Inzwischen haben sie verkündet, nicht mehr für Besiktas spielen zu wollen. Das hat Gründe, die nichts mit dem Sport zu tun haben. Er werde wegen „der politischen Situation“ nicht zurückkehren, erklärte Gomez vergangene Woche. Schon zuvor hatte Sosa seinen Wechselwunsch ebenfalls im Internet veröffentlicht und geschrieben: „Der Grund ist, dass meine Frau Angst davor hat, in Istanbul zu leben, und dass ich mich um meine Töchter sorge.“

Lukas Podolski, in der vergangenen Saison Topscorer bei Galatasaray, ist das Gegenbeispiel. Der einstige Köln- und Bayern-Mann will in der Türkei bleiben: „Ja, ich habe nichts anderes behauptet“, sagte Podolski am Mittwoch bei einem Benefizspiel in Mainz. „Wenn Medien spekulieren, dann sollen sie spekulieren. Ich freue mich auf meine Saison, wenn ich wieder auf dem Platz stehe und spiele.“

Sosa bezog sich bei seiner Aussage, warum er Istanbul verlassen wolle, auf den Terroranschlag am Atatürk-Flughafen, bei dem Selbstmordattentäter Ende Juni mindestens 44 Menschen mit in den Tod gerissen hatten. Gomez' Entscheidung kam fünf Tage nach dem Putschversuch von Teilen des türkischen Militärs, der rund 290 Menschen das Leben kostete.

Im Gegensatz zu Gomez hat Sosa einen laufenden Vertrag, Besiktas verweigert ihm aber die Freigabe. Clubpräsident Fikret Orman unterstellte Sosa öffentlich, den Terror als Ausrede zu nutzen und „unprofessionelles Verhalten“ zu zeigen.

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Die Angst vor dem Exodus

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Politische Lage erschwert die Planung

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