Turnaround im Fußball
Wie der 1. FC Köln reif für Europa wird

Der 1. FC Köln war fast pleite. Inzwischen ist er saniert. Überraschend schnell gelingt im September die Umschuldung – dank der Hilfe von Fans. Geld ist wieder da. Doch noch fehlt ein Super-Stadion, um fit zu werden.
  • 1

KölnIn zehn Jahren reif für Europa! Spätestens! Das ist der Langfristplan, den die neuen Macher des 1. FC Köln verfolgen: Jörg Schmadtke und Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Beide verbindet offenbar ein Grundverständnis für das, was in Köln möglich ist. In den vergangenen zwei Jahren war dies sportlich die Etablierung in der Bundesliga und wirtschaftlich die Konsolidierung.

Schmadtke bastelte an der Mannschaft und war zuletzt sogar in der Lage, einige Verträge wichtiger Spieler langfristig zu verlängern. Wehrle räumte seit 2013 die Bilanz auf, bildete wieder Eigenkapital, sorgte für Umsatzrekorde und kann nun Altschulden abbauen. Spätestens 2024 sollte der Verein seinen nur schlecht gedeckten Schuldenberg von 15,5 Millionen Euro los sein.

Die Grundlage dafür wurde im September gerade durch eine Umschuldung gelegt. Die beiden neuen Anleihen wurden innerhalb von nur drei Wochen bei den Altgläubigern platziert. Und das, obwohl der Verein nur noch 3,5 Prozent Zinsen anbot und diese neuen Schulden sehr viel schneller wieder ablösen kann als bislang.

Der Verein könnte sogar im Geld schwimmen, doch der Versuchung, planlos Millionensummen bei den Fans einzusammeln, widerstand man. „Wir hätten mit Blick auf die Interessentenliste weitere Schuldverschreibungen im Volumen von rund 25 Millionen Euro ausgeben können, das ist ein sehr positives Zeichen“, sagt FC-Geschäftsführer Wehrle.

Das allein reicht aber noch lange nicht, um wieder ganz oben mitzuspielen. Das langfristige Ziel kann nur Europa sein. Im Moment sieht es in der Tabelle dafür zwar gut aus. Doch nachhaltig gelingt dies im Fußballballgeschäft nur, wenn sich die Geißböcke sportlich wie wirtschaftlich weiter entwickeln. Auch dafür existiert in Köln bereits ein Plan.

In der ersten Phase heißt das zunächst: Wieder mehr Geld in die Mannschaft stecken. Für Köln ist bereits dies eine kleine Revolution. War man doch wegen der finanziellen Schieflage 2012 und des damit verbundenen Abstiegs gezwungen, Gehälter zu senken und auf junge Spieler zu setzten. Trotzdem gelang es unter Trainer Peter Stöger, sich mit einer Defensivtaktik in der Bundesliga zu etablieren.

Kommentare zu " Turnaround im Fußball: Wie der 1. FC Köln reif für Europa wird"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%