TV-Kritik
RTL blamiert sich mit Fußball

Phrasen, Peinlichkeiten und unprofessionelles Verhalten vor der Kamera: Der Fernsehsender RTL berichtet über Fußball nicht besser als ARD und ZDF. Experte Jens Lehmann passt gut zum mäßigen Niveau der DFB-Elf.
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GelsenkirchenDer eklatanteste Unterschied der Länderspiel-Übertragung bei RTL zu ARD und ZDF war in der Halbzeitpause zu sehen: Nach dem langen ersten Werbeblock fasste Moderator Florian König exakt eine Minute lang die Höhepunkte der ersten Hälfte zusammen.

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann, der prominente Experte an seiner Seite, tauchte dabei gar nicht auf. Dann begann der zweite Werbeblock und füllte den Rest der 15 Minuten aus. Da hatte RTL sozusagen sogar noch Glück gehabt, dass es in den ersten 45 Minuten der Partie eigentlich überhaupt keine Höhepunkte gegeben hatte.

Am Dienstagabend zeigte der Privatsender das dritte von insgesamt 20 Qualifikationsspielen zur Europameisterschaft 2016 (und zur WM 2018), für deren Übertragungsrechte er insgesamt rund hundert Millionen Euro bezahlt haben soll.

Von den üppigen Werbeblöcken abgesehen hatte dieser Nationalmannschafts-Abend viele Ähnlichkeiten mit dem, was die öffentlich-rechtlichen Mitbewerber bieten. Sponsoren-Trailer und Gewinnspiele und animierte Grafiken mit den Aufstellungen gibt es dort schließlich auch.

Und den Ansatz, die immensen Rechte-Kosten durch ausufernde Nachberichterstattung auszugleichen, verfolgen die gebührenfinanzierten Sender schon lange. Wenn die teuer erworbenen Rechte wenigstens viel Sendezeit füllen, bei der möglichst große Teile des Publikums lange dranbleiben, wird's rechnerisch etwas billiger.

Beim deshalb bis Mitternacht gesendeten Mix aus Experten-Statements, Berichten über die vielen anderen Spiele desselben Abends sowie wenig aussagekräftigen Spielfeldrand-Interviews kam auch Jens Lehmann wieder ins Spiel.

Kommentare zu " TV-Kritik: RTL blamiert sich mit Fußball"

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  • Das sehe ich ebenso!

    Aber dennoch musste man den Eindruck haben, dass Jens Lehmann im Vorfeld "weich gespült" worden war.

    Wie richtig und treffend waren seine Bemerkungen nach dem Polenspiel. Die waren analytisch korrekt und der Bundestrainer kaute dermaßen daran, dass die angemerkten Fehler/Schwächen gestern nahezu abgestellt waren.

    So etwas bezeichne ich als konstruktive Kritik!

    Ich stimme zu, dass Lehmann gestern zu angepasst und deshalb schwach war. Aber er war immer noch so stark wie Kahn in Bestform.

  • Ich finde die Übertragungen von RTL so schlecht, dass ich mir echt überlege welche Spiele ich schauen werde. So ein Spiel gegen Gibraltat bestimmt nicht.
    Wie schon in dem Bericht Herr Hagemann zu recht kritisiert wird, die Sätze und Sprüche kann ich nicht hören, Ronaldo hatte da echt nichts zu suchen und auch Kommentare a la "Man darf 3 mal wechseln in internationalen Spielen" vom Polen-Spiel bewegen mich zum Umschalten. Hinzu kommen dann noch diese (aus DSDS oder Supertalent) bekannten nichtsaussagenden aber hochwichtig anmoderierten Beiträge z.B. über Manuel Neuer, weil er Kapitän ist, das war ebenfalls vor dem Polen-Spiel. Herr König ist halt RTL's Allzweckwaffe beim Thema Sport, laangweilig. Da machte Jens Lehmann noch die beste Figur. Und die dauernden Werbeblöcke nerven dann auch irgendwann, vielleicht auch weil es einfach noch ungewohnt ist. Aber gerade bei den Zusammenfassungen werden die Pausen wohl die Zuschauer vergraulen.
    Sie es wie es ist, ich werde mich wohl damit abfinden müssen, dass ich mich nur auf die reinen Spiele konzentriere und im Internet irgendeinen anderen Live-Kommentar finde und nebenher laufen lasse, dann kann ich den RTL Kommentar stumm schalten.

  • Desinformation im Öffentlich-Rechtlichen TV

    Vor kurzem strahle der öffentlich-rechtliche Sender 3-Sat eine Paradebeispiel an verlogener und dreister Pro-Asyl-(...) aus. Es handelte sich um einen Bericht des Kulturmagazins "Kulturzeit" der uns trotz aller Lüge und Halbwahrheiten zeigte, um wen es bei den „Flüchtlingen“ handelt und uns Vorgeschmack darauf gibt, was für eine Zukunft die politisch-medialen Eliten für uns vorsehen:
    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=46789

    Der Bericht stellt den CDU-Politiker Martin Patzelt vor, der deutsche Familien dazu aufrief, Asylbewerber -- „außereuropäische Familien“ wie sie das Magazin selbst nennt-- bei sich aufzunehmen, der samt seiner Idee vom Bericht gepriesen wurde.
    Daneben wurden im kleinen rheinland-pfälzischen Dorf Büchenbeuren Familien portraitier, welche genau das raten -„außereuropäische“ Familien bei sich aufnehmen.

    Wir sehen eine muslimisch-arabische Familie aus Syrien, mit Frauen verschleiert in langen Kopftüchern und einer ganzen Schaar voller Kinder. Eine andere Familie beherbergte Schwarzafrikaner.

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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