TV-Rechte in der Bundesliga
Am Ende zahlt sowieso der Zuschauer

Die TV-Einnahmen der Bundesliga sollen ab 2017/18 über einer Milliarde Euro liegen. So plant es die Deutsche Fußball Liga. Der finanzielle Vorsprung der britischen Premier League ist damit nicht aufzuholen. Ein Kommentar.

DüsseldorfChristian Seifert hat Wort gehalten. Seit Monaten beschwört der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Attraktivität der Bundesliga, das hohe Zuschauerinteresse im Inland und Ausland. Immer mehr Menschen auf dem Globus wollen die Spiele, insbesondere aber die Toptorjäger der beiden besten deutschen Vereine, Robert Lewandowski von Bayern München und Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund, auf dem Bildschirm in Aktion sehen.

Dieses Fußball-Vergnügen sollte den Fußballfans auch einiges wert sein, schlussfolgert der DFL-Chef. Nach Seiferts Vorstellung mehr als eine Milliarde Euro im Jahr. Die Auktion der insgesamt 17 Rechtepakete für den nationalen und den europäischen Markt hat die DFL nun offiziell eröffnet. Bis Anfang Juni, also kurz vor dem Beginn der Europameisterschaft in Frankreich, soll das Verfahren abgeschlossen sein.

Auf dem Preisschild für die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2017/18 steht nun tatsächlich „1,1 bis 1,5 Milliarden Euro“. Das ist deutlich mehr als bisher. In der laufenden Saison nehmen die 36 Erst- und Zweitliga-Klubs 826 Millionen Euro aus der Vergabe der inländischen und internationalen Fernsehrechte ein. 2016/17 steigt die Summe auf 844 Millionen Euro.

Wenn das alles so klappt, steigen die TV-Einnahmen der deutschen Profiklubs um mindestens 25 Prozent. Und trotzdem blickt die Bundesliga neidisch nach England. Umgerechnet 2,3 Milliarden Euro pro Jahr kassieren die 20 Vereine der Premier League seit Beginn dieses Jahres allein aus der nationalen TV-Vermarktung des Spielbetriebs.

Die Erlöse aus der internationalen Vermarktung kommen sogar noch oben drauf. Die vollen Kassen der englischen Klubs sind vor allem das Ergebnis eines Bietergefechts zwischen den Bezahlsendern Sky und British Telecom. Die beiden großen Anbieter haben zusammen 15 Millionen Abonnenten. Nur auf vier Millionen Abonnenten kommt dagegen Sky Deutschland.

Schon diese Zahlen zeigen: Die Bundesliga kann den Vorsprung der Premier League nicht aufholen. Und Sky Deutschland, das bisher schon für drei Viertel der TV-Einnahmen der DFL steht, dürfte sich davor hüten, gleich 1,5 Milliarden Euro zu bieten. Denn das Refinanzierungsrisiko ist beträchtlich, daran sind schon andere Anbieter gescheitert.

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