TV-Spots während der WM
Der gefürchtete Untergang im „Werbe-Overkill“

Die Vermarktung der klassischen TV-Spots während der Fußball-WM gestaltet sich schwieriger als erwartet. Wer bei den Live-Übertragungen nichts verpassen will, sollte sich den Sixpack gleich neben den Fernsehsessel stellen. Es könnte sein, dass es weniger Werbe-Unterbrechungen als möglich und damit weniger Gelegenheiten geben wird, sich in den Pausen mit den nötigen Kaltgetränken zu versorgen.

HB HAMBURG.­ Auch wenige Wochen vor WM-Beginn gibt es noch freie Werbeplätze; selbst für Spitzenspiele mit erwarteten Rekord-Einschaltquoten sind bei den Sendern noch Zeiten zu haben.

Beim ZDF sind bislang etwa 40 Prozent der verfügbaren Werbezeit im Umfeld der WM noch nicht verkauft. Selbst für das Eröffnungsspiel Deutschland ­ Costa Rica am 9. Juni gebe es noch freie Plätze. "Ich bin aber sicher, dass sich die Situation noch deutlich verbessern wird", sagt Christoph Lüken, Leiter Sales Marketing beim ZDF - Werbefernsehen. Er setzt darauf, dass die Nachfrage bis zum Anpfiff noch anziehen wird, weil Unternehmen ihre Werbestrategien immer kurzfristiger planen.

30-Sekunden-Spots, die zu Spitzenzeiten so viel kosten wie ein kleines Einfamilienhaus, könnten von vielen aber auch als zu teuer empfunden werden. Zudem befürchten viele Unternehmen und Agenturen, ihre Botschaft könnte im "Werbe-Overkill" der WM untergehen. Lüken: "Viele Marktpartner glauben fälschlicherweise, die offiziellen WM- Partner hätten die verfügbaren Flächen bereits zugepflastert." Doch von den 21 offiziellen Sponsoren seien beim ZDF erst 11, bei der ARD nach deren Angaben 10 aktiv. Lüken sieht darin "eine große Chance für Konkurrenten, sich wirkungsvoll ins Spiel zu bringen".



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Auch bei der ARD zeigt man sich optimistisch, dass die zu 30 Prozent noch freie Werbezeit verkauft wird. "Die teuersten Werbeplätze waren bei uns sogar zuerst weg", sagt Claudia Scheibel, Sprecherin der ARD Sales & Services-Werbung (AS&S). Die halbe Minute während der Halbzeitpause eines Viertelfinalspiels mit möglicher deutscher Beteiligung habe sich bereits einer der offiziellen Sponsoren für die Rekordsumme von 320 400 Euro gesichert. Der günstigste 30-Sekunden Spot ist bei der ARD für 6 600 Euro zu haben.

Beim ZDF kostet ein 30-Sekünder in einem Spiel ohne deutsche Beteiligung ab 9 000 Euro. Beim Eröffnungsspiel Deutschland ­ Costa Rica werden 228 000 Euro fällig. "Es wird viel zu viel über die Spitzenpreise gesprochen", findet Lüken.

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