Fußball
U20-Team soll "den Stock aus dem Hintern nehmen"

Die deutschen U20-Männer treffen bei der WM in den Niederlanden heute im Achtelfinale auf China. Michael Skibbe war nach der Vorrunde unzufrieden. Die Mannschaft solle "den Stock aus dem Hintern nehmen," so der Trainer.

Die deutsche U20-Nationalmannschaft trifft bei der WM in den Niederlanden heute im Achtelfinale um 17.30 Uhr (live im DSF) auf China. Der Coach der Asiaten ist ein alter Bekannter aus der Bundesliga. Eckhard Krautzun trainiert den Chinesen-Nachwuchs und freut sich schon auf das Duell mit der deutschen Auswahl. "Gegen sein eigenes Land zu spielen, ist immer etwas Besonderes", gibt Krautzun zu: "Die Chancen stehen 50:50, aber ich glaube, wir sind psychologisch im Vorteil."

Dies muss auch der deutsche Coach Michael Skibbe eingestehen. "Wir sind nicht die Favoriten", meinte der 39-Jährige: "Das wären wir vielleicht, wenn wir alle drei Vorrunden-Spiele gewonnen hätten. Das haben aber die Chinesen getan." Dabei schien die Erwartungshaltung im Reich der Mitte schon mit der Forderung nach dem Achtelfinal-Einzug zu hoch. Im Verband hatten sich zahlreiche Kritiker formiert, eine Entlassung Krautzuns im Falle des Scheiterns in der Vorrunde schien beschlossen.

Krautzun: Es zeigt, dass ich alles richtig gemacht habe"

"Deshalb ist das Abschneiden auch für mich eine Wohltat. Es zeigt, dass ich alles richtig gemacht habe", erklärte Krautzun, der mit den Asiaten die Vorrunden-Spiele gegen die Türkei (2:1), die Ukraine (3:2) und Panama (4:1) allesamt gewann.

Nun soll der 64-Jährige wohl auch die "U17" bei der WM im September in Peru betreuen und langfristig ein Team für Olympia 2008 in Peking aufbauen. "So weit voraus denkt man als Trainer nie. Aber es wäre schon eine reizvolle Aufgabe", gab Krautzun zu, eine Rückkehr in die Bundesliga schließt er derzeit aus: "Ich habe keine großen Ambitionen mehr, mit Profis zu arbeiten. Und diese Meinung könnte höchstens ein interessantes Angebot als Nationaltrainer ändern."

350 Millionen Chinesen fiebern vor dem Fernseher mit

In China jedenfalls hat er eine große Euphorie ausgelöst. Zehn Fernseh-Teams sind in den Niederlanden vor Ort, bis zu 350 Millionen Chinesen sahen die Live-Übertragungen der Vorrunden-Partien.

In Deutschland verzeichnete das DSF immerhin bis zu zwei Mill. Zuschauer, am Dienstag könnten es noch mehr werden. Der Weltverband Fifa hatte den Anstoß extra von 20.30 Uhr auf 17.30 Uhr vorverlegt, um eine zeitliche Überschneidung mit dem Spiel der A-Nationalelf beim Konföderationen-Pokal gegen Argentinien zu vermeiden. "Allein daran wird den Jungs wieder klar, wie viele Menschen sich für ihr Abschneiden interessieren", meinte Skibbe: "Nun haben wir die große Chance, uns zu präsentieren und allen vor der A-Nationalelf eine gute WM-Partie als Vorspiel zu bieten."

Skibbe verschafft sich Luft

Die Leistungen des deutschen Nachwuchses in der Vorrunde waren allerdings kaum Werbung in eigener Sache, und so schlug Skibbe nach dem 0:1 gegen Argentinien harte Töne an. Die Mannschaft solle "den Stock aus dem Hintern nehmen", sonst wäre das Turnier am Dienstag beendet, schimpfte der 39-Jährige. Am Tag vor dem Achtelfinale klang der frühere Assistent von Teamchef Rudi Völler beim A-Team schon wieder versöhnlicher: "Aber es ist allen klar, dass sie sich nun erheblich steigern müssen."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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