Übergabe der WM-Arenen
Fifa übernimmt Stadien in Berlin und Stuttgart

Das Berliner Olympiastadion und das Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion sind als letzte beiden WM-Arenen von der Fifa bezogen worden. Die Übergabe fand ohne großen Aufwand statt und verlief problemlos.

Keine aufwendige Zeremonie hat den Einzug der Fifa ins Berliner Olympiastadion und ins Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion begleitet. Die Arenen waren die letzten beiden der insgesamt zwölf WM-Spielstätten, die der Fußball-Weltverband bezogen hat. Bis auf kleine Beanstandungen verliefen die Übergaben problemlos, die nötigen Umbauarbeiten sind entweder vollzogen oder zumindest eingeleitet.

"Von einer Schlüsselübergabe kann nicht die Rede sein. Das war ein eher nüchterner Vorgang", meint Peter von Löbbecke, Chef der Berliner Stadionbetreibergesellschaft. Weder Fifa-Chef Joseph S. Blatter noch ein Mitglied des OK-Vorstandes seien zur Übergabe erschienen. "Für uns ist das Routine", so von Löbbecke. Abgesehen von den massiven Umbauplänen seien "Übergaben an der Tagesordnung", so von Löbbecke, "egal, ob die Rolling Stones oder Hertha BSC Berlin zu Gast sind."

Ungewöhnlich sei, dass der neue Mieter gleich für mehrere Wochen gebucht hat. "Die Umbauarbeiten sind enorm", sagt von Löbbecke. So soll allein die Pressetribüne bis zum Finale über 2000 Journalisten Platz bieten. Logen wurden umgestaltet und mit dem typischen Einrichtungsstil von Sponsoren ausgestattet.

Zwar hat Peter von Löbbecke das Stadion bis zum 9. Juli aus der Hand gegeben, aus dem Auge will er die Arena allerdings nicht verlieren: "Wir tragen weiterhin Verantwortung. Wenn jemand wegen baulicher Mängel zu Schaden kommt, die nicht durch die Fifa veranlasst wurden, werden wir herangezogen", so von Löbbecke. Deshalb will der Manager auch in den kommenden Wochen regelmäßige Visiten vornehmen. "Ich wohne direkt am Stadion. Da fällt so etwas leicht."

"Bis auf 99 Prozent war alles in Ordnung", sagte Günter Kunigk, Leiter des Stuttgarter Sportamtes nach der Übergabe am Montag. Das Gottlieb-Daimler-Stadion, das im Gegensatz zu den meisten WM-Stätten seinen Namen behalten durfte, bietet bei der WM 47 767 Sitzplätze. Wie auch in den anderen Stadien war der Ausbau der Pressetribüne ein Hauptfaktor im Rahmen der Umbauten. Dort werden während der WM 900 Journalisten einen Arbeitsplatz vorfinden.

"Wir hatten einige Probleme mit der Anbringung von Sitzplätzen für die Prominenz", berichtet Mario Hohmann, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft in Nürnberg. Der Wunsch von Blatter und OK-Chef Franz Beckenbauer, während des Spiels in der VIP-Lounge genau auf Höhe der Mittellinie sitzen zu wollen, sorgte für eine besondere handwerkliche Herausforderung: "Aber auch das Problem haben wir gelöst", so Hohmann.

Die ersten Übergaben hatten bereits am Donnerstag in München und Gelsenkirchen stattgefunden. "Das war sehr geräuschlos", sagte Gelsenkirchens OK-Media-Officer Gerd Voss. Rund 2,2 Mill. Euro hat der Umbau nach Fifa-Vorschriften gekostet. "Wir werden unterm Strich an der WM nichts verdienen. Am Ende wird hoffentlich eine schwarze Null in unserer Bilanz stehen", sagte Voss, der zudem auch Sprecher von Bundesligist Schalke 04 ist. P Die Spielflächen in allen zwölf Stadien wurden mit dem vorgeschriebenen Rollrasen aus 25 Prozent Weidelgras und 75 Prozent Wiesenrispe ausgestattet. Insgesamt wurden 96 000 Quadratmeter, also knapp zehn Hektar, von den beiden Produktionsfirmen aus den Niederlanden und Hessen verlegt. Selbst die Höhe der Grashalme ist genau vorgegeben: Sie muss 28 Millimeter betragen.

© SID

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