Übergriffe rechtsextremer „Fans“
Werder Bremen und die Mauer des Schweigens

Fußball-Bundesligist Werder Bremen setzt sich gegen eine mumaßlich rechtsextreme Hooligan-Gruppe unter der eigenen Anhängerschaft zur Wehr: Nach einem brutalen Überfall auf andere Fans hat der Verein von der Weser Stadionverbote gegen die braune Schar angekündigt. Das Problem: Die Opfer haben Angst.

HB BREMEN. Bei der offenbar geplanten Gewalttat hatten etwa 20 rechte Hooligans im „Ostkurvensaal“ des Weserstadions in der Nacht zum 21. Januar mehrere Menschen verletzt. Ein Fan musste nach Angaben des Bremer Fan-Projektes sofort ins Krankenhaus gebracht werden.

Aus Angst vor den Tätern, die nach einem Bericht des Bremer „Weser-Kurier“ Anhänger der rechtsextremen Hooligan- Truppe „Standarte“ sein sollen, haben die Opfer keine Anzeige erstattet. Auch Zeugen weigerten sich, bei der Polizei auszusagen. Die Beamten haben inzwischen selbst Anzeige erstattet und die Ermittlungen aufgenommen. Die Namen von einigen Tätern sind dem Bundesliga-Club nach eigenen Angaben seit vorigen Mittwoch bekannt.

„In diesen Fällen werden wir nach rechtlicher Prüfung die entsprechenden Stadionverbote aussprechen. Werder hat bisher gegen 25 Personen Stadionverbote verhängt“, sagte Mediendirektor Tino Polster am Freitag. Eine Mauer des Schweigens habe eigene Recherchen erschwert. Die Nachforschungen nach Hintergründen und Namen habe der Verein unverzüglich nach Kenntnisnahme des Überfalls aufgenommen.

„Es bleibt festzuhalten, dass es seit dem zehnjährigen Bestehen des Ostkurvensaals im Bremer Weserstadion einen solchen extremen Vorfall nicht gegeben hat“, teilte das vereinsunabhängige Bremer Fan- Projekt mit. Die kommunale Einrichtung, die seit fast 25 Jahren mit Werder Bremen zusammenarbeitet, kündigte eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gegen Unbekannt an.

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