Überraschende Entscheidung
Rangnick hat „keinen Bock mehr“

In einer turbulenten Woche mit der Kopfnuss-Affäre und der Entlassung von Norbert Meier in Duisburg setzte Schalkes Trainer Ralf Rangnick auf der turnusmäßigen Pressekonferenz am Freitag vor dem Punktspiel gegen den FSV Mainz 05 noch einen drauf: Überraschend gab der Schalke-Coach am Freitag bekannt, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei den Königsblauen nicht verlängern wird.

HB GELSENKIRCHEN. Als Gründe gab der Schwabe, der am 28. September 2004 Nachfolger von Jupp Heynckes geworden war, Probleme im Verein und in der öffentlichen Darstellung an. Es sei von Anfang an nicht gelungen, „Dinge intern zu halten, die nicht an die Öffentlichkeit gehören“, sagte Rangnick. „Ich bin diese politischen Possenspiele leid, darauf habe ich keinen Bock mehr.“

Der 47-Jährige hatte den siebenmaligen deutschen Meister in der vergangenen Saison vom 15. Platz noch in die Champions League und ins Pokalfinale geführt. In der Bundesliga haben die Königsblauen jedoch bereits zehn Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern München.

Die Entscheidung kommt zumindest vom Zeitpunkt her unvermittelt. Noch unmittelbar nach dem Champions League-Aus in Mailand am Dienstagabend hatte Rangnick angekündigt, dass man sich in der Winterpause zusammensetzen werde, um das Thema Vertragsverlängerung zu besprechen. Allerdings hatte der Schwabe auf die Frage, ob er denn mit einem neuen Angebot der Schalker rechne, vieldeutig klar gestellt, dass immer zwei Seiten dazu gehören würden.

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies hatte einen Tag nach dem Mailand-Spiel in einem Interview durchblicken lassen, dass man den Vertrag mit dem Trainer um zwei Jahre bis 2008 verlängern wolle. „Ich denke, ein Einjahresvertrag wäre ein schlechtes Signal für den Trainer. Zwei Jahre sollten es schon sein. Eventuell mit einer Option“, hatte Tönnies der „Sport-Bild“ gesagt.

Rangnick zog nun auch die Konsequenzen aus der Hinhaltetaktik der Schalker Verantwortlichen. Die hatten Gespräche über einen neuen Kontrakt immer wieder hinausgeschoben, zuletzt ging der Trend offenbar gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Schwaben. „Es gab schon vorher ständig Sitzungen, in denen kontrovers diskutiert wurde. Es gab eine gewisse Tendenz, aber wir wollten die Winterpause abwarten“, erklärte Teammanager Andreas Müller, der Rangnick vor knapp 15 Monaten vorgeschlagen und vor allem gegen den Widerstand von Manager Rudi Assauer durchgeboxt hatte.

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