Übertragungsrechte für 2006/07 ausgeschrieben
ARD will mehr Geld für Fußball ausgeben

Die ARD will für ihre „Sportschau“ am Samstagabend mehr Geld ausgeben und muss dafür erstmals auch auf Gebührengelder zurückgreifen.

HB DÜSSELDORF. „Dass wir die Sportschau nicht mehr so günstig kriegen wie bisher, ist uns klar“, sagte gestern ein ARD-Sprecher in München. Die öffentlich-rechtlichen Sender stellen sich auf zusätzliche Kosten von rund 20 Mill. Euro ein. Bisher zahlt die ARD nach Branchenangaben jährlich 60 Mill. Euro für die Fernsehrechte der Bundesliga.

Ein höherer Preis für die Bundesliga lässt sich aber nicht mehr wie bisher mit Fernsehreklame refinanzieren. „Wir werden diesmal auch auf Gebührengelder zurückgreifen“, heißt es aus der ARD. Die Kosten der Übertragung für die „Sportschau“ im Ersten und die Zusammenfassungen in den Regionalprogrammen werden bisher über Werbung finanziert.

Die DFL hatte am Dienstag 233 Rechte-Pakete ab der Saison 2006/07 ausgeschrieben. Die Bieterfrist läuft bis zum 1. Dezember. 35 Medienunternehmen und Sender haben sich für die Auktion bereits registrieren lassen. Darunter sind der Pay-TV-Konzern Premiere sowie einer Vielzahl von Sendern wie RTL, Pro Sieben Sat 1, ZDF und DSF.

Bei zwei der sechs von der DFL gestern ausgeschriebenen Verwertungsmodelle droht der „Sportschau“ das Aus. Die Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen soll nach diesen Modellen am Samstag erst um 22 Uhr laufen. Das käme vor allem Premiere zugute. Der TV-Kanal verlangt mehr Exklusivität der Fernsehrechte, wie sie in anderen europäischen Ländern schon gegeben ist. Ein Sendetermin nach 22 Uhr kommt allerdings für die ARD nicht in Frage. „Das ist für uns unvorstellbar“, sagt ein ARD-Sprecher. Bisher berichtet das Erste am Samstag von 18.10 bis 19.40 Uhr über die Spiele der Liga.

Die Intendanten hatten sich bereits im Vorfeld des Bieterbewettbewerbs persönlich zusammen mit ihrer Rechteagentur Sport A um die Profi-Klubs bemüht. Die Lobbyarbeit hat offenbar Früchte getragen. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef von Bayern München, sagte dem Magazin „Stern“, er erwarte nicht, dass es künftig keine Sportschau mehr gibt. „Wir brauchen sie vielleicht nicht mehr um 18.10 Uhr, nur sollte sie vor der Tagesschau beendet sein“, sagte Rummenigge. Wer sich Bezahlfernsehen nicht leisten könne, dürfe nicht ausgegrenzt werden.

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