Uefa-Cup
Trapattoni helfen nur Punkte

Vor dem dritten Uefa-Cup-Gruppenspiel des VfB Stuttgart beim griechischen Ligafünften Paok Saloniki heute (17.00 Uhr MEZ/live im DSF) herrscht beim Bundesligisten Trübsal. Die sportliche Realität hinkt zu weit hinter den Ansprüchen des Vereins her. Sportdirektor Herbert Briem bringt die derzeit angespannte Situation auf den Punkt: "Wir sind uns einig, dass wir die Erwartungen bislang sicher nicht erfüllt haben. Wenn der Erfolg nicht stimmt, muss man alles hinterfragen. Und die Ergebnisse stimmen nicht, das ist Fakt."

Von einem Ultimatum für Trapattoni will Briem zwar nichts wissen, doch der Druck auf den glücklosen "Maestro" ist nach dem achten Unentschieden im 13. Bundesligaspiel (2:2 gegen Hannover 96) weiter gestiegen. Grund genug für Briem, deutliche Forderungen an die Adresse des 66-Jährigen zu richten. "Es ist unsere Pflicht, die nächste Runde im Uefa-Cup zu erreichen", betonte der Sportdirektor des Bundesliga-Achten und verlangt im Toumba-Stadion zu Saloniki unmissverständlich "mindestens einen Punkt".

Die Trapattonische Erfolgsformel für den anvisierten zweiten Sieg im dritten Spiel der Gruppe G stößt bei vielen aber erneut auf Unverständnis. Der Coach mit dem Hang zur übertriebenen Rotation will Verteidiger Andreas Hinkel im Duell mit dem Team um den griechischen Europameister Theodoros Zagorakis auf der Bank lassen, obwohl der deutsche Nationalspieler nach einer langen Durstrecke zuletzt deutlich aufsteigende Tendenz zeigte.

Wenig schlüssig ist auch die Entscheidung des Italieners, Talent Mario Gomez in den vergangenen drei Partien auf die Tribüne zu verbannen. Dabei betont Trapattoni immer wieder, "die Entwicklung der jungen Spieler vorantreiben zu wollen." Notfalls auch auf Kosten des kurzfristigen Erfolgs.

Nach Angaben der Stuttgarter Zeitung rief der Coach bei seinen Spielern unfreiwillige Lacher hervor, als er in der Mannschaftsbesprechung zwölf statt elf Namen an der Taktik-Tafel notierte. Ein weiterer Widerspruch der Marke "Trap" scheint auch Nationalkeeper Timo Hildebrand bitter aufzustoßen. Der 26-Jährige soll sich nach Informationen des gleichen Blattes nach einer erneut nur 35-minütigen Übungseinheit über die zu niedrige Trainingsintensität beschwert und Assistenztrainer Andreas Brehme zur Rede gestellt haben.

Dabei wunderte sich gerade der in der Kritik stehende Trapattoni zuletzt über die Konditionsmängel seiner schwächelnden Elf. "Wir können unseren Rhythmus nicht dauerhaft halten", haderte Trapattoni, sieht aber wie so oft keinen Grund zur Besorgnis: "Was ich im Training sehe, stimmt mich weiter sehr optimistisch. Wir werden in Saloniki spielen, um zu gewinnen."

Weniger optimistisch stimmt den Wahl-Schwaben die Tatsache, dass Jesper Grönkjaer (Muskelsfaserriss im Oberschenkel) und Marco Streller (Muskelprobleme) ausfallen. Allerdings muss auch der zweimalige Meister und viermalige Pokalsieger aus Griechenland auf seinen zypriotischen Stürmer Yiasoumis Yiasoumi (Rotsperre) verzichten. Dafür spielt der frühere Gladbacher Marcin Mieciel.

© SID

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