Uefa-Pokal
HSV bläst zur Aufholjagd gegen Bukarest

dpa HAMBURG. Otto Rehhagel prägte einst die „kontrollierte Offensive“, Thomas Doll kreiert vor dem Rückspiel des Uefa-Cup-Achtelfinales gegen Rapid Bukarest die „aggressive Geduld“.

Mit dieser strategischen Ausrichtung will der Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV gegen die Rumänen zu Felde ziehen, um das 0:2 aus dem Hinspiel wettzumachen. Doll fordert eine vor Leidenschaft sprühende Mannschaft, die den Gegner permanent attackiert und unter Druck setzt und dabei nicht nervös werden darf, wenn es mit den eigenen Toren zunächst nicht klappt. „Wir haben mindestens 90 Minuten Zeit“, appellierte der 39 Jahre alte Trainer an die Langmut seiner Profis. „Deshalb dürfen wir nicht ins offene Messer laufen.“

Was im Bundesliga-Spiel drei Tage zuvor gegen den 1. FC Kaiserslautern gelang, soll gegen den Tabellensechsten der Divizia Nationala wiederholt werden: ein 3:0. Der wieder an seine Glanzform anknüpfende Regisseur Rafael van der Vaart sieht in eben diesem Ergebnis die „beste Art, Bukarest zu bestrafen“. Störmanöver beim Training im Giulesti-Valentin-Stanescu-Stadion, eine Blockade des Mannschaftsbusses vor der Abfahrt zum Spiel sowie das böse Foul gegen Mustafa Kucukovic, der eine schwere Gehirnerschütterung erlitt, dienen den Hamburgern als Motivationshilfe. „Wir wollen ein bisschen von dem zurückgeben, was wir in Bukarest erlebt haben“, meinte Doll.

Damit die Null steht, hat der Trainer den Torwart getauscht. Stefan Wächter, dem der erste Gegentreffer in Bukarest angelastet wurde, musste den Platz für die bisherige Nummer zwei Sascha Kirschstein räumen. Der Strafversetzte schmollt und schließt auch einen Vereinswechsel nicht aus. „Ich denke über meine Zukunft nach“, sagte Wächter.

Das tut auch Sergej Barbarez, dessen Ultimatum für eine Vertragsverlängerung mit deutlich reduzierten Bezügen am Tag des Bukarest-Spiels abläuft. Die Zeichen stehen auf Trennung. „Es gibt nichts zu sagen“, entgegnet der Bosnier gebetsmühlenartig seit Tagen.

Nach dem dritten Saisontor von Benjamin Lauth gegen Kaiserslautern hofft Doll, dass der ehemalige Nationalspieler zu neuem Selbstbewusstsein gefunden hat und damit den seit Wochen formschwachen Sturm beleben kann. Das wird gegen die abwehrstarken Bukarester auch vonnöten sein. Zwar fehlt ihnen im gesperrten Kapitän Vasile Maftei die Schaltzentrale in der Abwehr, dennoch werden sie ein Bollwerk vor dem eigenen Tor errichten. Als zusätzlichen Motivationsschub hat Club-Besitzer George Copos eine Siegprämie von 15 000 Euro pro Spieler ausgelobt.

Dass ein deutlicher Rückstand nach dem Hinspiel noch gedreht werden kann, hat der HSV in seiner langen Europapokal-Historie mehrfach bewiesen: Beispielsweise wurde 1976/77 ein 1:3 bei Atletico Madrid durch ein 3:0 daheim korrigiert, 1980 folgte einem 0:2 bei Real Madrid ein denkwürdiges 5:1 zu Hause. Sollte der HSV die nächste Runde erreichen, wäre das der erste Viertelfinaleinzug seit 1990. „So heiß wie auf Bukarest waren wir lange nicht“, gestand Kapitän Daniel van Buyten.

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