Uefa-Report
Die Top-Klubs schotten sich ab

Die finanzielle Kluft im Fußball wird immer größer – von Land zu Land, aber auch innerhalb der Ligen. Das zeigt der Benchmarking Report der Uefa für 2015. Der Verband will gegensteuern, erreicht aber das Gegenteil.
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DüsseldorfWenn die Fußball-Champions-League in die heiße Phase geht, sind die Großen schon seit Jahren unter sich. Bayern gegen Real, Bayern gegen Barcelona – zur Abwechslung auch mal Atlético Madrid gegen Chelsea. Ins Halbfinale der Königsklasse einzuziehen, ist längst nur noch einem elitären Zirkel vorbehalten. Und wie der Benchmarking Report der Uefa zum Jahr 2015 nahelegt: Der Trend wird sich eher noch verstärken.

Jedes Jahr veröffentlicht der europäische Dachverband einen Report, für den die Uefa 700 Vereine analysiert. Zuschauer, Stadien, Kaderwerte, Finanzen – alles wird unter die Lupe genommen. Basis dafür sind die Finanzberichte und Bilanzen der Klubs. Diese zeigen: Die finanzielle Kluft von Land zu Land wächst, und auch innerhalb der Ligen vergrößern sich die Abstände. Im Vorwort des Berichts preist Uefa-Boss Aleksander Čeferin hingegen die positive Entwicklung: „Die Erfolgsgeschichte des Fußballs als kulturelle und wirtschaftliche Kraft sticht einmal mehr hervor.”

Tatsächlich waren die Einnahmen der europäischen Klubs 2015 ohne Transfereinnahmen doppelt so hoch wie 2004, sogar sechsmal so groß wie noch 1996. Doch das Wachstum der Einnahmen seit 2009 variiert stark von Liga zu Liga. So nehmen die Vereine in der englischen Premier-League durchschnittlich fünf Mal mehr ein als Klubs in der italienischen Serie A oder der französischen Ligue 1.

Die Klubs in den zehn bedeutendsten europäischen Ligen haben ihre Einnahmen zwischen 2009 und 2015 um 49 Prozent gesteigert. Englische Klubs konnten ihre Einnahmen in diesem Zeitraum durchschnittlich um fast 100 Millionen Euro steigern, die Bundesligaklubs immerhin um knapp 50 Millionen – Platz zwei in diesem Ranking. Auch die Vereine aus Italien, Frankreich und Spanien legten zwischen durchschnittlich um zwischen 18 und 25 Millionen Euro zu. Geld, dass die Vereine in teurere und bessere Spieler investieren können. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit auf den sportlichen Erfolg, womit wiederum die Popularität und die Attraktivität für Sponsoren wachsen.

Länder mit weniger Einwohnern und einem entsprechend kleinen TV-Markt können da nicht mithalten.  Klubs aus Holland (+ 0,7 Mio.), Portugal (+0,4 Mio.), Österreich (-1,1 Mio.), Dänemark (-1,3 Mio.), Norwegen (-1 Mio.) und Griechenland (-4,7 Mio.) hatten 2015 nur unwesentlich mehr oder sogar weniger Geld zur Verfügung als noch 2009.

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