Uefa-Report: Selbst bei der Elite wachsen die Abstände

Uefa-Report
Die Top-Klubs schotten sich ab

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Selbst bei der Elite wachsen die Abstände

Doch auch innerhalb der einzelnen Ländern geht die Schere immer weiter auseinander. Die 30-Top-Klubs in Europa nahmen im Jahr 2015 8,2 Milliarden Euro ein – fast die Hälfte der gesamten Einkünfte. Und selbst innerhalb der europäischen Elite wachsen die Abstände. So hat der FC Liverpool auf Platz neun schon 60 Millionen Euro mehr zur Verfügung als Juventus Turin auf Platz zehn.

Ein Grund, dass einzelne Klubs dem Rest enteilen sind die hohen Fernseheinnahmen aus der Champions League und im heimischen TV-Markt. Real Madrid und der FC Barcelona generieren alleine hier Einnahmen von jeweils über 140 Millionen Euro. Andere spanische Vereine tauchen in dem Ranking dagegen gar nicht erst unter den Top 20 auf.

Ein anderer Grund ist, dass die Top-Klubs auch den Großteil der Sponsoreneinnahmen auf sich vereinen. Für den Rest bleiben nur noch Brotkrumen. Die Top 15 unter den europäischen Vereinen haben seit 2009 mehr als 1,5 Milliarden eingesammelt. Die 700 anderen Vereine kommen auf nicht einmal ein Drittel davon.

Andrea Traverso ist bei der Uefa der Chef für Lizenzierung und das Financial Fair Play. Er betrachtet diese Entwicklung mit Sorgen, wie dem Report zu entnehmen ist. „Die wachsende Kluft zwischen den Top-Klubs und den anderen wird eine der größten Herausforderungen für den Fußball in der Zukunft sein“, schreibt Traverso. Es sei deshalb wichtig, dass die Uefa ihre Entscheidungen kontinuierlich auf das sich wandelnde Umfeld anpasse.

De facto hat der Europäische Fußballverband mit der Reform der Champions League im vergangenen Jahr aber das Gegenteil beschlossen. Ab 2018 werden noch mehr Vereinen aus den Top-Ligen einen Startplatz sicher haben. Und von dem neuen Verteilungsschlüssel der Gelder werden wiederum die Top-Klubs am stärksten profitieren. Eine Simulation zeigt: Wer wie Real Madrid, FC Barcelona, Atlético Madrid oder Bayern München regelmäßig mindestens im Halbfinale landet, kann mit einem Geldregen von mehr als 100 Millionen Euro rechnen. Das wird die aktuelle Entwicklung noch verstärken.

Dass Anfang der 1990er Jahren mal ein Verein wie Roter Stern Belgrad den Europapokal der Landesmeister geholt hat, dem Vorgänger der Champions League, muss den jüngeren Fans heute wie ein schlechter Witz vorkommen.

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