Wackeliges PlusDie Erträge schwanken stark, sind insgesamt bei den europäischen Klubs aber gestiegen: um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig jedoch sind die Kosten und vor allem die Spielergehälter noch stärker gestiegen (um fünf Prozent). Das geht aus einer Fünfjahresstudie hervor, die die Uefa jetzt vorgestellt hat. In dem Benchmarking-Bericht zur Klubfinanzierung wird der europäische Klubfußball als Ganzes analysiert – nicht jedoch einzelne Vereine. Quelle: dpaMehr Geld für Messi, Reus und Co.Da erscheinen die Gehaltsforderungen von Fluglotsen und Co. geradezu bescheiden: In den vergangenen fünf Jahren, also von 2007 bis 2001, sind die Gehälter der Spieler um 38 Prozent (2,4 Milliarden Euro)  gestiegen. Damit verschlangen sie laut der Studie komplett das Wachstum, dass sich für den gleichen Zeitraum auf 24 Prozent belief. Für 2011 lagen die Spielergehälter und damit verbundenen Kosten bei 6,9 Milliarden Euro. Quelle: dapdTeure StarsIn den beiden jüngsten Transferperioden (Winter 2011 und Sommer 2012) haben die Vereine zudem 2,6 Milliarden Euro an Geld für Spieler ausgegeben. Bei den Transferperioden Sommer 2007 und Winter 2008 waren es sogar 3,1 Milliarden. Quelle: dpaRekord-ErträgeDie Erträge bei den Vereinen sind indes auch gewachsen: bei den europäischen Erstligaklubs auf 16 Milliarden Euro für das Finanzjahr 2011 (2007: 13,2 Milliarden). Damit verzeichneten so viele Klubs wie nie zuvor, nämlich 77 gegenüber 73 im Vorjahr, Erträge von mehr als 50 Millionen Euro. Quelle: dpaHöhere EinnahmenDabei sind die Zuschauerzahlen in den nationalen Ligen in der abgelaufenen Spielzeit mit 103 Millionen um 2,5 Prozent gewachsen. Auch bei den Einnahmen aus den TV-Rechten verzeichnen die Klubs ein deutliches Plus von 8,2 Prozent. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern sind dagegen nur um 0,7 Prozent gewachsen. Quelle: dpaHöhere EinnahmenDabei sind die Zuschauerzahlen in den nationalen Ligen in der abgelaufenen Spielzeit mit 103 Millionen um 2,5 Prozent gewachsen. Auch bei den Einnahmen aus den TV-Rechten verzeichnen die Klubs ein deutliches Plus von 8,2 Prozent. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern sind dagegen nur um 0,7 Prozent gewachsen. Quelle: dpaEngland ist weit vornDie höchsten Erträge weisen demnach die englischen Top-Klubs mit durchschnittlich 233 Millionen Euro vor den spanischen (180 Millionen) und italienischen (149 Millionen) Vereinen aus. Deutschland liegt an Rang vier mit 144 Millionen Euro. Dabei gibt es pro Land massive finanzielle Unterschiede: Die Erträge de ran den Uefa-Wettbewerben teilnehmen Klubs reichten von weniger als 100.00 bis 480 Millionen Euro. Quelle: dpaHohe Verluste63 Prozent der Erstligaklubs weisen einen Betriebsverlust und 55 Prozent einen Nettoverlust aus. Der Nettoverlust der europäischen Erstligaklubs erreicht damit einen Rekord von 1,675 Milliarden Euro (zum Vergleich: 2007 waren es dagegen nur 600 Millionen Euro). „Ohne Verhaltensänderung wird das Risiko, dass Klubs ihre Tätigkeit aufgeben müssen, weiter steigen, und es besteht auch die Gefahr, dass ein anhaltend tiefes Niveau an strategischen Investitionen zu einer Reduktion der allgemeinen Qualität und der Standards der Einrichtungen für zukünftige Generationen führen wirdMinus in der BilanzDer Bilanzwert aller Stadien, Trainingseinrichtungen und anderer Sachanlagen im Eigentum der Klubs liegt mit 4,8 Milliarden Euro deutlich unter den für die aktuellen Spieler ausgegebenen Transfersummen (6,9 Milliarden Euro). Bei mehr als jedem dritten Klub (38 Prozent; Vorjahr: 36 Prozent) übersteigen damit die Schulden die Vermögenswerte (negatives Nettoeigenkapital).+ Quelle: dpaDas Risiko„Wenn wir nichts ändern, steigt die Gefahr von Klub-PleitenDie Stadien reichen nichtBei den Wettbewerben der Uefa (Champions League und Euro League waren die Stadien zuletzt zu 90 Prozent ausgelastet. Insgesamt 13,4 Millionen Zuschauer kamen zu den Partien auf internationaler Ebene. Ein Großteil der Klubs (76 Prozent) sind nicht direkter Eigentümer ihres Stadions. Quelle: dpaBreak-Even-VorschriftDas Finanzjahr 2012 muss bei den Klubs anders aussehen und Ein-und Ausgaben ins Gleichgewicht bringen. Denn greift nämlich die Break-even-Vorschrift. Im Finanzjahr 2011 lag das von der Uefa geschätzte Break-Even-Defizit der in der Saison 2012/2013 in den Uefa-Wettbewerben spielenden Teams bei 480 Millionen Euro. Quelle: dpaDie DatenDie Daten stammen direkt aus den geprüften Jahresabschlüssen für das Finanzjahr 2011, von denen die meisten 2012 fertiggestellt wurden. Der Datensatz besteht laut Uefa aus 70 verschiedenen Einzelposten pro Jahr und Klub. Der Bericht enthält Zahlen aus den Jahresabschlüssen von 679 Erstligaklubs aus allein 53 Uefa-Mitgliedsverbänden und deckt damit etwa 99 Prozent aller Erträge und Aufwendungen der Topligen ab. Quelle: dpa