Uefe-Pokal
HSV muss ums Weiterkommen bangen

Für den Hamburger SV wird das Erreichen der lukrativen Gruppenphase im Uefa-Pokal zum Zitterspiel. Der Tabellen-Dritte der Bundesliga kam im Hinspiel gegen den FC Kopenhagen nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und muss nun einen Erstrunden-K.o. fürchten.

HB HAMBURG. Der überragende Rafael van der Vaart (37.) brachte den HSV vor 43 085 Zuschauern in der AOL-Arena zwar programmgemäß in Führung, doch schon drei Minuten später gelang Elrio van Heerden (40.) der Ausgleich für den vierfachen dänischen Meister, der in der Endabrechnung schwer wiegen könnte. Im Rückspiel steht dem HSV in 14 Tagen im gefürchteten Kopenhagener „Parken“ eine ganz schwere Aufgabe bevor.

Nach 13 Pflichtspielen ohne Niederlage startete der HSV mit breiter Brust in sein UEFA-Cup-Comeback und schien auch das Fehlen von vier Leistungsträgern mit Sergej Barbarez an der Spitze problemlos wegstecken zu können. Dabei war Trainer Thomas Doll durch den kurzfristigen Ausfall von Raphael Wicky gezwungen worden, seine in der Bundesliga erst zwei Mal überwundene Abwehr umzukrempeln. Trotz der hervorragenden Leistung von van der Vaart, der offensiv wie selten zuvor agierte, fehlte es dem Sturm der Hanseaten mit Benjamin Lauth und Naohiro Takahara häufig an Durchschlagskraft.

Torgefahr strahlte der HSV zunächst nur bei Standardsituationen aus. In der 4. Minute lenkte FC-Schlussmann Jesper Christiansen einen Freistoß von van der Vaart reaktionsschnell zur Ecke, bei seinem zweiten Versuch (25.) zielte der Niederländer zu hoch. Bei Schüssen von David Jarolim (27.) und Mehdi Mahdavikia (29.) war wiederum Kopenhagens Keeper auf dem Posten. Bis acht Minuten vor der Pause mussten die Hanseaten auf den Lohn für ihre Offensivbemühungen warten, dann lenkte van der Vaart eine Flanke von Thimothee Atouba mit der Hacke über die Torlinie.

Doch nur 180 Sekunden machte ein Blackout der Abwehr die Hoffnung des gesperrten Barbarez („Wir müssen zu Null spielen, das ist das Wichtigste“) zunichte. Der Südafrikaner van Heerden spazierte ungehindert durch die Hamburger Reihen und ließ Stefan Wächter mit einem platzierten Schuss in die lange Ecke keine Chance. Der Ausgleich brachte die Hausherren aus dem Rhythmus, während die glänzend organisierten Dänen immer mehr an Sicherheit gewannen.

In den zweiten 45 Minuten haderten die Hamburger mehrmals mit dem niederländischen Schiedsrichter Braamhaar, der in einigen strittigen Situationen gegen die Norddeutschen entschied. Neun Minuten vor dem Ende verpassten die eingewechselten Piotr Trochowski und Mustafa Kucukovic den eigentlich verdienten Siegtreffer für den HSV. Auf der Gegenseite verhinderte die Latte beim Schuss von Andre Bergdölmo und dem Kopfball von Alvaro Santos (82.) sogar eine drohende Niederlage.

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