Ukraine mit viel Pech
Italien folgt Deutschland ins Halbfinale

Der Halbfinalgegner der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag um 21 Uhr in Dortmund heißt Italien. Die Mannschaft von Marcello Lippi setzte sich am Freitagabend in Hamburg mit 3:0 (1:0) souverän gegen die Ukraine durch. Die Tore schossen Gianluca Zambrotta (6.) und Luca Toni (59. und 69.). Gegen Italien hatte die deutsche Mannschaft von Jürgen Klinsmann in einem Testspiel vor der WM mit 1:4 in Florenz verloren. Bei einer Weltmeisterschaft trafen Italien und Deutschland zuletzt 1982 in Madrid im Endspiel aufeinander. Damals siegten die Azzurri mit 3:1.

HAMBURG. Nach dem erstaunlich glücklichen Achtelfinalsieg gegen Australien setzte der italienische Trainer Marcello Lippi im Viertelfinale gegen die Ukraine zunächst scheinbar auf Sicherheit. Statt zwei Angreifern durfte nur Luca Toni (Fiorentina) von Beginn an stürmen. Mittelfeldregisseur und Elfmeter-Held des Australien-Spiels Francesco Totti (AS Rom) - er war im Achtelfinale erst spät in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden und verwandelte in der Nachspielzeit den entscheidenden Elfmeter zum 1:0 - stand auch wieder in der Startelf.

Außerdem kam Andrea Barzagli (Palermo) zu seinem zweiten Einsatz; 35 Minuten hatte er bisher bei dieser WM gespielt. Der Verteidiger spielte die Ersatzrolle für den gelbgesperrten Marco Materazzi (Inter Mailand), der wiederum selbst erst als Vertreter für den verletzten Stammverteidiger Alessandro Nesta in die Elf gerückt war. Was durfte man von der italienischen Elf mit dieser Aufstellung erwarten? Catenacchio, also den berühmt-berüchtigten italienischen Defensiv-Fußball? Oder zog es das Team von Lippi doch nach vorne zum Tor wie zumindest in den Gruppenspielen gegen Ghana und Tschechien?

Die Taktik der Ukrainer schien nach dem Achtelfinal-Spiel gegen die Schweiz jedenfalls klar: Sie würde, so vermuteten alle Auguren, ein sehr defensives System spielen. Ein Ansturm auf das Tor von Gianluigi Buffon (Juventus Turin) war von den Ukrainern jedenfalls nicht zu erwarten - eher Konter über einen der besten Stürmer der Welt: Andrej Schewtschenko vom AC Milan. Nun, Catenacchio spielten sie nicht, die Italiener. Ganz im Gegenteil. Die Mannschaft von Lippi drückte von Beginn an aufs Tempo, die Elf von Blochin versteckte sich in den ersten Minuten zwar nicht, drängte aber nicht so vehement nach vorne wie die Italiener.

Doch es dauerte ganze sechs Minuten, dann waren alle Taktik-Spekulationen hinfällig. Der neue Rechtsverteidiger Zambrotta stürmte mit dem Ball nach vorne. Ein feiner Doppelpass mit Publikumsliebling Totti und ein toller Schuss aus 23 Metern brachten das 1:0 für die Azzurri. Ein tolles Tor, unhaltbar für Torwart Alexander Schowkowskyi von Dynamo Kiew. Plötzlich waren die taktischen Rollen vertauscht. Die Italiener ließen die Ukrainer nun kommen, die Osteuropäer mussten das Spiel machen. Eine Situation, die den Ukrainern gar nicht schmeckte. Es fiel ihnen sichtlich schwer, sich Chancen zu erarbeiten. Das lag auch an der italienischen Abwehrleistung. Die Defensive der Azzurri gehört sicherlich zum Besten, was der internationale Fußball zu bieten hat. Einen Rückstand gegen die Italiener aufzuholen ist harte Arbeit und sehr schwer, das haben alle Spiele bei der WM gezeigt.

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