Uli Hoeneß kommt
Der FC Bayern und „unbescholtene Personen“

Der FC Bayern will seine Satzung ändern. Dabei geht es vordergründig um das Wörtchen „unbescholten“. Ex-Präsident Uli Hoeneß soll bald angestellt werden – und der Verein will nicht in Erklärungsnot kommen.
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DüsseldorfDer Zeitpunkt ist pikant und lässt Spekulationen hochkochen. Der FC Bayern will seine Mitglieder am 28. November auf der Hauptversammlung über eine Satzungsänderung abstimmen lassen. Das bestätigten Fankreise nach mehreren Medienberichten, etwa der „Bild“-Zeitung und des „Merkur“, gegenüber Handelsblatt Online.

Der Änderungswunsch: Der Wortlaut in Artikel 7 über die Aufnahme neuer Mitglieder. Bisher lautet dieser: „Als Mitglied können nur unbescholtene Personen aufgenommen werden.“ Künftig soll der Passus heißen: „Mitglied kann jede natürliche Person werden, welche die Ziele des Clubs unterstützt.“

Ein Zusammenhang drängt sich da: Momentan sitzt Ex-Präsident Uli Hoeneß noch in Haft. Ab Beginn des Jahres 2015 soll er aber wieder für den Verein arbeiten. „Es ist beabsichtigt, dass Uli Hoeneß in unserem Nachwuchsbereich beschäftigt wird, sobald er Freigang bekommt“, bestätigte Vereinspräsident Karl Hopfner in einem Interview der „Welt am Sonntag“.

Freigänger können tagsüber außerhalb des Gefängnisses arbeiten und müssen nur zum Schlafen hinter Gitter. Seit Monaten war bereits spekuliert worden, dass der 62-Jährige bald wieder tagsüber bei seinem ehemaligen Club arbeitet. Hoeneß war bis zu seinem Rücktritt Mitte März 2014 Vereinspräsident und Aufsichtsratschef der ausgegliederten Profi-AG beim deutschen Fußball-Branchenprimus.

Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Am 2. Juni musste er ins Gefängnis. Am 20. September bekam er seinen ersten Ausgang. Wann Hoeneß Freigänger wird, kommentieren die Justizbehörden nicht.

Mit solch einem Job im Verein würde Uli Hoeneß auch erstmals seit Beginn seiner Haft im Juni 2014 in die breite Öffentlichkeit zurückkehren. Und da liegt für das Präsidium des Vereins möglicherweise das Problem, das die Verantwortlichen nun zu der Satzungsänderung animierte.

Denn das Präsidium entscheidet über Mitgliedsanträge und kann somit auch im Zweifel Mitgliedsaspiranten ablehnen. Es könnte nun in Erklärungsnot kommen, wenn es vorbestrafte Sportfans oder Freigänger von einer Mitgliedschaft ausschließen wollte.

Kommentare zu " Uli Hoeneß kommt: Der FC Bayern und „unbescholtene Personen“"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Der FC Bayern und seine Lex Hoeneß
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    Eine Satzung extra für Uli Hoeneß: Satzungsänderungen je nach Vereinsbedarf sind laut Juristen nichts ungewöhnliches. Doch dass sie auf einzelne Personen zugeschnitten sind, kommt eher selten vor.

    Jetzt soll das Wort „unbescholten“ aus der Satzung gestrichen werden. Somit ist es möglich, den wegen Steuerhinterziehung vorbestraften Hoeneß wieder aufzunehmen.
    Und danach wird Ulrich H. Nachfolger von Blatter.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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