Umfrage
Bundesbürger zweifeln an deutscher Defensive

Nach dem 4:2-Sieg im Eröffnungsspiel ist die deutsche Abwehr erneut in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Laut einer promit-Umfrage bezeichnen nur noch 25,3 Prozent der Bundesbürger die Defensive als WM-tauglich.

Die beiden unglücklichen Gegentore der deutschen Nationalmannschaft beim 4:2-Sieg im WM-Eröffnungsspiel gegen Costa Rica haben die Zweifel der Bundesbürger an der deutschen Abwehr größer werden lassen. In einer repräsentativen Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) durch das Dortmunder Meinungsforschungsinstitut promit unter 1 000 Bundesbürgern am Tag nach dem Sieg der WM-Gastgeber hielt nur noch knapp jeder Vierte (25,3) die Defensive und nur etwas mehr als jeder Fünfte (21,4) das komplette Team für WM-reif. Kurz vor dem ersten WM-Auftritt des dreimaligen Welt- und Europameisters hatten noch 36,9 Prozent Vertrauen in die Abwehr des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Die Skepsis schlägt sich auch in der Gesamtbeurteilung des deutschen Teams nieder. Auf die Frage nach der WM-Reife der gesamten waren 7,1 Prozent weniger von der Mannschaft überzeugt als vor dem ersten WM-Auftritt.

Im Gegensatz dazu erreichen die Einschätzungen der WM-Tauglichkeit von Mittelfeld (67,2) und Angriff (76,5) ebenso absolute Bestwerte für den Umfrage-Zeitraum wie die Beurteilung von Klinsmann und der WM-Chancen des dreimaligen Welt- und Europameisters.

Guten Noten für den Bundestrainer

57,5 Prozent der Befragten und damit 0,7 Prozent mehr als bei der bisherigen Höchstmarke vor der WM-Gruppenauslosung im Dezember 2005 benoteten die Arbeit des Bundestrainer mit sehr gut oder gut. Bei der Frage nach dem WM-Ergebnis des Nationalteams tippten 19,6 Prozent auf den vierten Titelgewinn und weitere 8,4 Prozent auf die Endspielteilnahme.

Annähernd so große Zuversicht herrschte bei den Fans nur unmittelbar nach der Gruppen-Auslosung mit 27,7 Prozent (17,6 für den WM-Titel und 10,1 für den Finaleinzug). 32,4 Prozent gehen vom Viertelfinale als Endstation für das DFB-Team aus und bilden damit wie in allen bisherigen Erhebungen die größte Gruppe.

Auch dem zweiten Vorrunden-Spiel der WM-Gastgeber am Mittwoch in Dortmund gegen Polen blickt die große Mehrheit ausgesprochen optimistisch entgegen, 76,6 Prozent erwarten einen Sieg von Klinsmanns Spielern. Sicherlich auch vor dem Hintergrund von Polens 0:2-Auftaktniederlage gegen Ecuador glauben sogar 77,7 Prozent, dass sich selbst ein erneuter Ausfall von Kapitän Michael Ballack nicht negativ auf das Ergebnis der deutschen Elf auswirken würde.

Großer Titelfavorit der Deutschen ist und bleibt der schon in allen vorherigen Umfragen führende Weltmeister Brasilien. 51,4 Prozent der Befragten tippten auf die Selecao als Titelgewinner. Hinter Deutschland (19,6) nannten die Fans auf den Plätzen drei bis fünf die früheren WM-Champions Argentinien (4,2), England (3,7) und Italien (3,4).

Das allgemeine WM-Geschehen hat mittlerweile praktisch die gesamte Bevölkerung in Deutschland erreicht. Die Gruppe der WM-Interessierten umfasst inzwischen 91,9 Prozent und damit so viele wie bisher noch nicht. 43,5 Prozent sind sogar sehr an dem Spektakel interessiert.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%