Umfrage-Ergebnis
Deutsche Abwehr bereitet Fans Kopfzerbrechen

Die größten Sorgen machen sich Deutschlands Fußball-Fans um die Abwehr des DFB-Teams. In einer repräsentativen Umfrage bescheinigte ihr über die Hälfte der Befragten fehlende WM-Tauglichkeit.

Das Sorgenkind von Deutschlands Fußball-Anhängerschaft ist und bleibt die Abwehr. In einer repräsentativen Umfrage des Markforschungsinstitutes promit aus Dortmund im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes (sid) hielten 55,1 Prozent von 1 000 Befragten die Defensive für "nicht WM-reif". Damit haben Christoph Metzelder, Per Mertesacker, Jens Nowotny & Co. ausgerechnet vor der WM-Generalprobe am Freitag in Mönchengladbach gegen Kolumbien (19.00 Uhr/live im ZDF) ein neues Umfrage-Rekordtief erreicht.

Das Misstrauen in die Hintermannschaft war nach dem jüngsten Länderspiel gegen Japan (2:2) am vergangenen Dienstag in Leverkusen noch einmal rapide gewachsen, nachdem zuvor bereits 39,5 Prozent die Abwehr als "Unsicherheitsfaktor" beurteilt hatten. Nur rund jeder Fünfte (23,0 Prozent) hält die deutsche Defensive für WM-tauglich. Auch das Mittelfeld (- 9,9) und der Angriff (- 2,0) der Gastgeber büßten zuletzt auf der "Reife-Skala" einige Prozentpunkte ein. Die Beurteilung der "allgemeinen WM-Tauglichkeit" sank in diesem Zusammenhang von 28,0 auf aktuell 18,9 Prozent.

Im Zuge dessen glauben immer weniger Fans an den Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Land. Waren es vor dem Luxemburg-Länderspiel (7:0) noch 14,4 Prozent, so rechnen nach der Ernüchterung gegen Japan nur noch 10,7 Prozent mit der Finalteilnahme und dem WM-Titel für das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

WM-Werbung nervt

Für die meisten bedeutet das Viertelfinale Endstation (29,6). Trotzdem bleibt die DFB-Auswahl hinter Brasilien (54,4) der größte Titelanwärter vor Italien (4,7), England (3,2), Argentinien (2,9) und den Niederlanden (2,5). Immerhin gehen aber über die Hälfte (55,3) von einem Testspielsieg gegen Kolumbien am Freitag aus.

Für knapp die Hälfte der Befragten (44,8) steht indes fest, dass Klinsmann im Falle eines enttäuschenden WM-Abschneidens seiner Mannschaft zurücktritt. 27,4 Prozent glauben dagegen, dass der Ex-Nationalspieler nach der WM auf jeden Fall Bundestrainer bleibt. Die Beurteilung der Arbeit Klinsmanns pendelt sich ungeachtet der Leistungen bei den letzten Testländerspiele auf hohem Niveau ein. 42,3 Prozent (zuvor 40,0) halten die Arbeit des Weltmeister-Stürmer von 1990 für "gut", 6,4 (8,9) sogar für "sehr gut".

Trotz der Euphorie im ganzen Land beurteilten die Befragten den Umfang der Werbung im Zusammenhang mit der WM eher negativ. "Völlig überzogen" (29,1) und "nur noch nervig" (33,3) sagten die meisten, nur 15,0 Prozent stimmten dabei für "angemessen und genau richtig". Auch in punkto Sicherheit bestehen Zweifel: 26,9 Prozent fürchten die Beeinträchtigung der WM durch fremdenfeindliche Übergriffe, immerhin noch 34,4 Prozent der Befragten halten derartige Zwischenfälle für "möglich". 38,3 Prozent haben indes keine Angst vor rassistischen Aktionen.

© SID

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