Umstrittener Fifa-Chef
Sepp Blatter, der Allmächtige

Sepp Blatter, der schier allmächtige Fifa-Chef, will von Rücktritt nichts wissen. Der 76-Jährige inszeniert sich als Reformer und Aufklärer. Die Funktionäre in Deutschland halten sich auffallend zurück – aber nicht alle.
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Zürich, DüsseldorfNein, unsicher war er nicht, allenfalls ein bisschen nervöser als üblich: Als Joseph Blatter am Dienstag in Zürich vor die Presse trat, erwartete wohl niemand ernsthaft den Rücktritt des umstrittenen Chefs des Fußball-Weltverbands Fifa. Und trotzdem war dem 76-Jährigen zu Beginn anzumerken, dass es wohl nicht sein souveränster Auftritt werden würde. Als er die neue Ethikkommission seines Verbands und ihre zwei Vorsitzenden im Fifa-Hauptquartier vorstellte, da versprach er sich mehrmals, nestelte an seiner Krawatte herum und spielte mit dem Kugelschreiber.

Doch schon bald hatte der Schweizer seine von Dritten oft als Überheblichkeit empfundene Souveränität wiedergefunden. „Sie sehen einen glücklichen Präsidenten vor sich, weil unser Reformprozess weitergeht“, verkündete Blatter. Und gab bekannt, dass das Exekutivkomitee Joachim Eckert, Richter aus Deutschland, und Michael Garcia, Staatsanwalt aus den USA, zu Vorsitzenden der Ethikkommission ernannt habe. Einer Abteilung, die innerhalb der Fifa den Kampf gegen die offenbar verbreitete Korruption im mächtigsten Sportverband der Welt aufnehmen soll.

So weit, so gut. Aber Blatter als Reformer? Als Aufklärer? Das wäre zumindest mal eine ganz neue Rolle, die der fünf Sprachen beherrschende Schweizer ausfüllen würde. Flink erinnerten seine Kritiker am Dienstag daran, dass nun ausgerechnet jener Mann, der schon seine erstmalige Wahl zum Fifa-Präsidenten im Jahr 1998 mit zigtausend Dollar erkauft haben soll, nun als Wegweiser einer neuen „Corporate Governance“ bei der Fifa tätig werden soll.

Hinzu kommt, dass neben Blatters schattiger Vergangenheit auch der Verband mit seinen Strukturen nach außen nicht eben das Bild eines durch und durch transparenten Gebildes abgibt. Einen Vorstand, einen Aufsichtsrat oder wenigstens ein professionelles Controlling – all das gibt es nicht. Blatter besitzt alleiniges Zeichnungsrecht.

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Die Umsatzmaschine Blatter

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  • Wie sieht eiegnetlich der Ethik-Codex und wie sehen die Compliance-Richtlinien der deutschen Sport- und Fußball verbände aus ?? - Gibt es die überhaupt und wenn ja, ist es dann erlaubt einem imnternationalen Verband anzugehören der so undemokratisch und undurchsichtig agiert und strukturiert ist ? Durch wen ist dieser Verband eigentlich in seinem Handeln (demokratisch!!!)legitimiert ?

  • Einmal mehr ist Uli Hoenes derjenige, der Rückgrat zeigt und klare Ansagen macht. Na ja, Rauball ist auch mal dabei; besser, als gar nichts!

    Ich bin stolz darauf, dass dieser widerlich korrupte Sack Blatter in deutschen Stadien ausgepfiffen wird. Theo Zwanziger hat schon eine beachtliche Lernkurve hingelegt, hat er sich doch gerade einmal mehr als Blatter-Fan geoutet und findet jetzt alles wieder ganz prima. Was so ein Sessel am Napf und ein paar Bündel Schweizer-Fränkli (im Gegensatz zum Euro-Klopapier) so alles bewirken können...

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