Umstrittener Torjubel

Iranische Fußballer wegen Po-Griff suspendiert

Torjubel mit Folgen: Zwei iranische Fußball-Profis sind suspendiert worden, weil sie anstößig gejubelt haben. Als „einen Bruch sozialer und ethischer Tabus" kommentierte ein Vereinssprecher den Rausschmiss.
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Mohammad Nosrati (links) bei dem Länderspiel Iran gegen Nordkorea. Quelle: dpa

Mohammad Nosrati (links) bei dem Länderspiel Iran gegen Nordkorea.

(Foto: dpa)

TeheranZwei iranische Fußball-Nationalspieler sind suspendiert worden, weil sie nach einem Tor in unmoralischer Art und Weise gejubelt haben sollen. Persepolis-Verteidiger Mohammad Nosrati griff nach einem Treffer seiner Elf im Ligaspiel gegen Damash Gilan an den Po seines Teamkollegen Shey Rezaei.

Der Vorfall sorgte für Empörung in der islamischen Republik, die Homosexualität hart bestraft. „Nosrati hat elf Jahre zur Nationalmannschaft gehört, aber das zählt für uns nicht, wenn es zu einem Bruch sozialer und ethischer Tabus in solch hässlicher Art und Weise kommt“, kommentierte ein Persepolis-Sprecher den Rausschmiss der Spieler. Der Geistliche und Abgeordnete Dschalal Jahiasadeh sagte, der Fall sei „absolut inakzeptabel“ und habe alle Fans „empört, verärgert und aufgebracht“. Er forderte, den Sportminister dafür zur Verantwortung zu ziehen. „Es war eine sehr hässliche Sache“, sagte Jahiasadeh.

Bis der Schiri pfeift
Nosrati
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Torjubel mit Folgen: Zwei iranische Fußball-Nationalspieler sind suspendiert worden, weil sie nach einem Tor in unmoralischer Art und Weise gejubelt haben sollen. Persepolis-Verteidiger Mohammad Nosrati griff nach einem Treffer an den Po seines Teamkollegen Shey Rezaei. Nosrati entschuldigte und beteuerte: "Ich hatte keine Ahnung, wo meine Hand hinfasste."

USA PLAYER BRANDI CHASTAIN CELEBRATES USA VICTORY AT WOMENS WORLD CUP FINAL
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Das Foto wurde zur Ikone: Die Nationalspielerin der USA, Brandi Chastain, reißt ihr Trikot vom Leib und ballt die Fäuste, als sie einen Elfmeter gegen China im Weltmeisterschaftsfinale 1999 versenkt. Später sagt sie: "Das war ein Moment des Wahnsinns. Ich dachte nur: 'Das ist der größte Moment in meinem Leben auf dem Fußballplatz.'" Das Foto schafft es auf die Titelseiten der Times, der Sports Illustrated und Newsweek.

Marco de la Mora
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Marco de la Mora setzt zum simulierten Kopfschuss bei seinem Teamkollegen Alberto Medina an - und entzürnte ganz Fußball-Mexiko. Die beiden Spieler des mexikanischen Clubs Guadalajara mussten für den Torjubel 2.700 Euro Strafe zahlen. "Es ist gut, im Fußball zu feiern, aber niemals so. Mein Respekt für ein gewaltfreies Mexiko, für die Mütter und Geschwister der Opfer", entschuldigte sich de la Mora im Nachhinein.

Neymar
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Doppelter Neymar: Das brasilianische Nachwuchstalent feierte im April sein Tor für den FC Santos gegen Colo Colo mit einer Maske, die sein Gesicht zeigt. Der Schiedsrichter fand das gar nicht lustig - und warf Neymar mit einer gelben Karte vom Platz. Er war bereits mit Gelb verwarnt.

Torjubel Stjarnan F.C.
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Nach dem Tor in den Bob: Die verrückten Torjubelszenen des Fußballclubs Stjarnan sorgten für Schlagzeilen. Nach dem Treffer präsentierten die Isländer immer neue, ausgefallene Choreografien. Stürmerstar Halldor Orri Björnsson (zweiter von links) bahnte sich als Rambo seinen Weg durch die Mitspieler oder simulierte, wie hier, eine Bobfahrt. Ein Best-of der Jubelchoreografen gibt es hier.

elber im teppich
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Legendär: Zwei Bayern-Spieler sehen nach ihrem Mitspieler Giovane Elber, der sich 1998 nach seinem 2:0-Treffer gegen den VfL Wolfsburg in einen FC Bayern-Teppich eingerollt hat.

WM 2006 - Ecuador - Deutschland
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Fliegender Klose: Der Nationalspieler pflegt seinen berühmten Salto nach Treffern, der nicht immer ganz heil ausging. Als der Lazio-Schütze noch für die Bayern spielte, verletzte er sich bei seinem legendären Sprung. "Wenn man so wenig Gelegenheiten hat, Saltos zu machen, dann kommen solche Dinge raus", kommentierte Bayern Münchens Ehrenpräsident Franz Beckenbauer damals.

Nosrati entschuldigte sich zwar und betonte, dass er niemanden beleidigen wollte. "Ich hatte keine Ahnung, wo meine Hand hinfasste", sagte Nosrati. Durch die andauernden Zeitlupen-Wiederholungen des staatlichen Fernsehens habe eine normalerweise harmlose Geste ein übertriebenes Gewicht bekommen. Millionen TV-Zuschauer hatten am Wochenende den Torjubel von Nosrati und Rezaei live verfolgt.

Dennoch wurden beide Spieler vom Ligabetrieb gesperrt, außerdem wurde ihr Gehalt laut iranischen Medienberichten um 15 Prozent gekürzt. Nosrati muss zusätzlich 25.000 Dollar Strafe zahlen. Außerdem wurde der langjährige Persepolis-Manager Mahmoud Khordbin gefeuert. Ihm wird vorgeworfen, den umstrittenen Torjubel gesehen, aber weder den iranischen Verband FFI noch seinen Club Persepolis informiert zu haben.

Seit Jahren versucht der FFI, „soziale Werte“ in den iranischen Fußball zu bringen. Mit Verweis auf eine „vulgäre Atmosphäre“ in Fußballarenen ist Frauen im Iran der Stadionbesuch untersagt.

  • dpa
  • rtr
  • jkl
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