„Teilnahme ist ein Traum“
Tunesien: Krasser Außenseiter

Roger Lemerre hat seiner Mannschaft etwas voraus: Der Coach der tunesischen Elf Er hat den Confederations-Cup bereits schon mal gewonnen. Sein Team ist froh, in Deutschalnd überhaupt dabei sein zu dürfen.

BERLIN. Lemerre ist der erste Trainer, der auf zwei verschiedenen Kontinenten die Meisterschaft gewonnen hat. Im Jahr 2000 mit der Equipe Tricolore die Europameisterschaft, vier Jahr später siegte er mit Tunesien beim Afrika-Cup. Ob er auch der erste Übungsleiter ist, der mit zwei Mannschaften den Confed Cup gewinnt, darf angesichts der Qualität seines Teams und der starken Konkurrenz in Deutschland bezweifelt werden.

"Für Tunesien ist die Teilnahme an diesem Turnier ein Traum. Wir werden uns also auf unsere Stärken besinnen", sagt Lemerre. Dabei setzt der Franzose vor allem auf seinen Star, den in Brasilien geborenen Francileudo Dos Santos Silva, den alle im Team nur Santos nennen. Der Torjäger vom französischen Erstligisten FC Sochaux hatte erst kurz vor der Afrika-Meisterschaft die tunesische Staatsbürgerschaft angenommen und war bei dem Turnier zweitbester Torschütze. Neben Santos hält Lemerre große Stücke auf Benachour, dem jungen Spielmacher von Paris Saint-Germain.

Nach dem Sieg in der kontinentalen Meisterschaft hat Lemerre sein Team Schritt für Schritt verjüngt. Vor allem in Frankreich geborene Spieler haben sich entschieden, für das Land ihrer Eltern zu spielen. Im März feierten Hamed Namouchi von den Glasgow Rangers und Chaouki Ben Saada von Bastia ihr Debüt im Team des 40. der Weltrangliste. Ben Saada hatte zuvor sogar für die U-17 Frankreichs gespielt.

Der nächste "Franzose", der die Tunesier verstärken soll, ist Nabil Taider, der schon vier Mal für die U-21 aus Frankreich gespielt hat. Der Weltverband Fifa hat dem Antrag des defensiven Mittelfeldspielers aus Toulouse entsprochen, künftig das tunesische Trikot tragen zu dürfen, so dass er vielleicht schon beim Confed Cup seinen Einstand gibt.

Bevor der Afrikameister am 15. Juni das Auftaktspiel in Deutschland gegen Argentinien bestreitet, müssen die "Adler von Karthago" am 11. Juni ihr wichtiges WM-Qualifikationsspiel gegen Guinea gewinnen. Im Hinspiel verlor Lemerres Mannschaft in Conakry mit 1:2. Weitere Punkte ließ die Mannschaft in zwei Unentschieden gegen Marokko und Fußballzwerg Malawi. Erst nach dem 7:0 im Rückspiel gegen Malawi (Santos erzielte vier Tore) und dem 3:1 vergangenes Wochenende in Botswana kletterte das Team auf Platz 2 der Gruppe und liegt nur noch einen Punkt hinter Marokko. Damit kommt es am 7. Oktober in Tunis mit der Neuauflage des Afrika-Cup-Finals zu einem echten Endspiel.

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