Unentschieden
Pukki rettet Schalke einen Punkt

Der finnische Stürmer Teemu Pukki trifft bei seinem Startelf-Debüt doppelt - und vertritt damit Torjäger Jan-Klaas Huntelaar glänzend. Schalke und Hannover trennen sich mit einem Unentschieden.
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HannoverPukki. Das klingt eher niedlich. So gar nicht martialisch. Im Gegensatz zu „Hunter“ beispielsweise. Man stellt sich so einen Pukki wahrscheinlich nicht gerade hünenhaft vor. Vielleicht hat er einen blonden Wuschelkopf. Killerinstinkt? Passt nicht. Außer der Pukki hört auf den Vornamen Teemu und ist in seinem Handeln eiskalt - zumindest vor dem gegnerischen Tor. Gleich zweimal traf der finnische Nationalspieler bei seinem Startelf-Debüt für Schalke 04 und rettete den Gelsenkirchenern somit das 2:2 (1:1) bei Hannover 96.

„Pukki, Pukki“ hallte es bei seiner Auswechslung drei Minuten vor dem Ende aus dem Block der mitgereisten S04-Fans. Das ruft sich gut und war verdient. „Er hat gezeigt, was er kann. Teemu bringt eine unglaubliche Schnelligkeit mit und ist sehr abgeklärt. Einen besseren Einstand kann man sich als Spieler nicht wünschen“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt: „Für solche Situationen haben wir ihn geholt.“ Bis zu seinem großen Auftritt am Sonntag waren für den neuen Liebling der Anhänger nur Kurzeinsätze herausgesprungen. 

Er kam nicht an dem Mann vorbei, den sie „Hunter“ nennen. Den Jäger. Sagenhafte 21 Treffer in 19 Pflichtspielen hat Klaas-Jan Huntelaar in der laufenden Saison schon zustande gebracht. Eigentlich scheint so jemand nicht ersetzbar. Momentan ist der niederländische Torriecher aber ziemlich krumm. Nasenbeinbruch. Zugezogen unter der Woche in der Europa League. „Er hat immer noch eine riesige Knolle“, sagte Heldt. Einsatz unmöglich. Also durfte Pukki ran. Mal rasend, mal abwartend. Immer gefährlich. 

„Er hat sich gut bewegt und war immer anspielbar. Das war ein wirklich starkes Spiel“, lobte Kapitän Benedikt Höwedes den Kollegen. In der 26. Minute war Pukki seinen Gegenspielern erstmals davongesaust und hatte das 1:0 erzielt. Später besorgte er den Endstand (73.). „Ich hatte sogar noch ein paar mehr Chancen. Auch wenn ich mich sehr über meine Tore freue, wäre mir ein Sieg natürlich lieber gewesen“, sagte der Finne, den es im Sommer auf nicht ganz gewöhnliche Weise nach Gelsenkirchen verschlagen hatte. 

Schalke hatte ihn zwar gescoutet. Zweimal. Aber nicht ganz freiwillig. In der Qualifikation für die Europa League hatte es Pukki seinem jetzigen Arbeitgeber phasenweise schwer gemacht und noch im Trikot von HJK Helsinki drei Tore in zwei Spielen erzielt. Der DFB-Pokalsieger war angetan, die Ablöse von 1,5 Millionen Euro zu stemmen. „Damals haben wir seine Qualitäten selbst zu spüren bekommen“, sagte Heldt. Trainer Huub Stevens, der am Sonntag zum 200. Mal auf der Schalker Bank saß, ergänzte: „Das Spiel in Hannover war ihm auf den Leib geschneidert. Er hat ständig für Gefahr gesorgt.“ Für 96-Trainer Mirko Slomka war der menschgewordene Wirbelwind aber nicht der einzige Grund dafür, dass es mit dem Heimerfolg nicht klappte. „Ron war bei den Gegentoren zu unentschlossen“, urteilte der Coach über seinen Torhüter Ron-Robert Zieler. Der hatte es in dieser Saison mit meist starken Leistungen bis in die Nationalmannschaft gebracht. Im anstehenden Länderspiel in der Ukraine könnte er sogar sein DFB-Debüt geben. Werbung in eigener Sache sieht allerdings anders aus. 

Dem Schlussmann allein die Schuld dafür zuzuschreiben, dass das Eigentor von Schalkes Kyriakos Papadopoulos (29.) und der achte Saisontreffer von Mohammed Abdellaoue (59.) nicht zum 96-Sieg reichten, wäre aber unfair. Das weiß auch Slomka. „Es war ärgerlich, dass wir nach dem 2:1 nicht die Ruhe hatten, geduldig den entscheidenden Konter zu setzen. Am Ende hätte es auch 2:3 ausgehen können. Doch da hat uns Ron wieder gerettet“, sagte der Trainer. 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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