Unentschieden reicht zum Einzug ins Achtelfinale
Schweizer mit Fans im Rücken gegen Südkorea

Sowohl die Schweiz als auch Südkorea haben das Achtelfinale fest im Blick. Beiden winken, wenn gleich auch sehr unterschiedliche, Belohnungen. Jakob "Köbi" Kuhn, Trainer der Schweiz, darf sich auf eine Torte freuen.

Die Mannschaften aus der Schweiz und Südkorea, die am Freitag in Hannover (21.00 Uhr/live bei Premiere) ihr "Vorrunden-Endspiel" antreten, haben beide das Achtelfinale im Visier. Die Anreize zum Sieg dieser Partie haben sie jedoch unterschiedlich gesetzt. Während Jakob "Köbi" Kuhn bei einem Sieg eine Torte winken würde, dürften sich sieben Südkoreaner bei einem Sieg auf die Freisprechung vom zweijährigen Militärdienst freuen. "Dafür rennt jeder um sein Leben", prophezeit Südkoreas Coach Dick Advocaat Einsatz pur.

Die ungewohnten verbalen Spitzen dürften dabei den Genesungsprozess des stark angeschlagenen Schweizer Trainers nicht gerade beschleunigen. Besonders der südkoreanische Abwehrspieler Young-Pyo Lee heizte die Psycho-Spielchen an. "Wenn die Schweizer jetzt nicht gegen uns spielen würden, könnten sie bei dieser WM richtig weit kommen, so aber eher nicht", meinte der 29-Jährige vom englischen Traditionsklub Tottenham Hotspur keck.

Allerdings reicht den mit sieben Bundesliga-Profis gespickten Schweizern bereits ein Unentschieden für den größten Erfolg seit dem Einzug in die Runde der letzten 16 bei der WM 1994 in den USA. Und die Zuversicht der Alpenländer ist auch angesichts der Euphorie in der Heimat - die Reichweite liegt in der Spitze bei knapp 80 Prozent - grenzenlos. "Das Achtelfinale ist nur unser erstes Etappenziel", erklärte Tranquillo Barnetta von Bayer Leverkusen selbstbewusst.

In der Schweiz liegen sie ihren "Jungen Wilden" bereits vor dem entscheidenden Duell zu Füßen und begeistern sich an der ungewohnten Coolness der Kuhn-Elf. Selbst Geschäftsleute motivieren ihre Mitarbeiter inzwischen mit dem Verweis auf die neue "Swiss Power" der Nati. Das T-Shirt mit der Aufschrift "Ich bin auch ein Köbi" hat sich längst zum Kassenschlager entwickelt und ist seit Tagen ausverkauft.

Auch auf die Unterstützung der Fans können die Rot-Weißen zählen. Die Unterstützung ist so groß wie nie. Zu den ersten beiden Gruppenspielen des Spitzenreites der Gruppe G, der am Freitag auf Mittelfeldspieler Daniel Gygax verzichten muss (Bauchmuskelzerrung), gegen Frankreich (0:0) und gegen Togo (2:0) kam die Rekordzuschauerzahlvon insgesamt 90 000 Schweizern über die Grenze. "Das war geschichtsträchtig. Diese Euphorie ist irgendwie unbeschreiblich", schwärmt Torjäger Alexander Frei, der seinem Trainer ein entsprechendes Jubiläumsgeschenk bescheren will.

Zum 50. Mal sitzt der 62-jährige Kuhn am Freitag auf der Schweizer Trainerbank und wünscht sich den erlösenden 22. Sieg. "Dann brauche ich eigentlich auch keine Torte", scherzte Kuhn, während sein Pendant auf Seiten der Südkoreaner seine "Tiger" anspornt. Advocaat: "Wir haben von 20 Spielen vor der WM nur vier verloren und sind auch jetzt noch ungeschlagen. Die Quote gibt uns Selbstvertrauen", sagte der Niederländer.

Allerdings ist der Einsatz der koreanischen Verteidiger Kim Young-Chul (Leistenverletzung) ebenso fraglich wie der von Lee Ho (Gehirnerschütterung). Dagegen wird Mittelfeldstar Park Ji-Sung trotz einer Verletzung am Fußgelenk wohl sicher auflaufen.

© SID

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