Unglückliche Rückkehr des Nationalspielers
Nowotny: „Irgendetwas ist schief gelaufen"

Jens Nowotny hat sich seine Rückkehr in die DFB-Auswahl anders vorgestellt. "Ist doch optimal gelaufen", sagte der Abwehrspieler ironisch, nachdem er an beiden Gegentreffern zum 2:2-Remis gegen Japan beteiligt war.

Nur mit Galgenhumor konnte Jens Nowotny seine unglückliche Rückkehr ins DFB-Team erklären: "Ist doch optimal gelaufen", meinte der Abwehrspieler mit einer gehörigen Portion Ironie, nachdem er beim 2:2 (0:0) im Länderspiel gegen Japan gerade einmal zwei Minuten nach seiner Einwechslung (55.) den 0:1-Rückstand verschuldet hatte.

Ohne vorherige Ballberührung rückte der 32-Jährige als letzter Mann der Viererkette nicht rechtzeitig heraus, hob dadurch die Abseitsposition von Naohira Takahara auf - und der Bundesliga-Profi ließ sich nicht zweimal bitten. Als Takahara in der 65. Minute sogar das 2:0 gelang, sah sich Nowotny endgültig im falschen Film: "Da denkt man: Irgendetwas ist in den letzten Tagen schief gelaufen."

Nowotny wollte an alter Wirkungsstätte überzeugen

Dabei wollte sich Nowotny, der Bayer Leverkusen im Sommer verlassen wird, an seiner alten Wirkungsstätte für einen WM-Stammplatz empfehlen. Doch großartig Eigenwerbung konnte er bei seinem Comeback - sein letztes Länderspiel absolvierte er bis dahin am 23. Juni 2004 bei der Euro gegen Tschechien (1:2) - nicht betreiben. In einigen Szenen wirkte der Routinier gegen die wieselflinken Japaner zu ungelenk, der erhoffte Stabilisator und Dirigent seiner jungen Nebenleute wie Per Mertesacker oder Marcell Jansen war er nach seiner Hereinnahme für Christoph Metzelder auch nicht.

Ohnehin konnte man in den vergangenen zwei Wochen auf Sardinien und in Genf den Eindruck gewinnen, dass Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht unbedingt mit Nowotny für die Startelf plant, eher als moralische Unterstützung der jungen Mannschaft. Gegen Luxemburg (7:0) am Samstag in Freiburg ausschließlich Zuschauer, musste er auch in der Bayarena länger auf seine Rückkehr warten als vorgesehen.

Metzelders Blessur sorgte für Einwechslung

Eigentlich hätte Nowotny direkt nach der Pause eingewechselt werden sollen, "doch Per (Mertesacker) und Christoph (Metzelder) haben in den 20 Minuten vor der Halbzeit so gut harmoniert, da wollten wir sie noch etwas spielen lassen", erklärte Klinsmann. Erst eine kleinere Blessur bei Metzelder war letztendlich ausschlaggebend, dass Nowotny nach 55 Minuten doch noch auflaufen durfte.

Klinsmann betonte jedoch zum wiederholten Male, wie wichtig der Abwehrspieler für das Team sei: "Er genießt eine große Wertschätzung und hat mit seiner ungeheuren Erfahrung eine Verantwortung für die Gruppe. Er spielt eine wichtige Rolle." Man müsse nun abwarten, "wie wir bei der WM die Innenverteidigung zusammensetzen". Nach derzeitigem Stand mit

Allerdings grenzt es ohnehin fast schon an ein Wunder, dass Nowotny überhaupt im deutschen WM-Kader steht. Nach vier Kreuzbandrissen hatten viele den 32-Jährigen bereits abgeschrieben. Deshalb werde er diesen Traum "richtig genießen", hatte er in den vergangenen Tagen immer wieder verdeutlicht.

Wohin sein Weg nach der Weltmeisterschaft führen wird, weiß Nowotny nach seinem Abgang bei Bayer Leverkusen immer noch nicht. Der 46-malige Nationalspieler würde gerne seine Karriere im Ausland fortsetzen. Er werde zusammen mit seiner Familie in Ruhe eine Entscheidung treffen. Derzeit stehe die WM im Vordergrund - möglicherweise wird die am 9. Juni in München gegen Costa Rica für Nowotny auf der Ersatzbank beginnen.

© SID

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