Urteil im Wettskandal
Ex-Schiri Hoyzer muss Strafe absitzen

Im Wettskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer hat der Bundesgerichtshof einen Schlussstrich gezogen und die Haftstrafe gegen den 27-Jährigen bestätigt. Damit muss Hoyzer für zwei Jahre und fünf Monate ins Gefängnis, der als Drahtzieher der Fußball-Wettaffäre geltende Kroate Ante S. für zwei Jahre und elf Monate.

HB LEIPZIG. Der BGH verwarf am Freitag in Leipzig die Revisionen der Angeklagten und folgte dem Urteil des Berliner Landgerichts gegen Hoyzer und fünf weitere Angeklagte. Die Bundesanwaltschaft hatte vor zwei Wochen überraschend Freispruch gefordert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte erleichtert auf die Entscheidung.

„Das Landgericht hat diesen schwierigen Fall sehr engagiert und angemessen gelöst“, urteilte der 5. Strafsenat des BGH. Entgegen der Auffassung der Verteidigung und der Bundesanwaltschaft liege in allen Fällen ein Betrug durch den Abschluss von Wetten auf manipulierte Fußballspiele und eine Beihilfe zu diesem Betrug vor. (Az: fünf StR 181/06 und 182/06)

DFB-Präsident Theo Zwanziger begrüßte das Urteil. Es mache deutlich „dass Manipulation im Fußball kein Kavaliersdelikt oder Ganoventum, sondern strafbarer Betrug ist“. Das Urteil sei für das Ansehen des deutschen Fußballs auch im Ausland positiv.

Hoyzers Anwalt Thomas Hermes sprach von einem bitteren Urteil. Da es nun rechtskräftig sei, müsse Hoyzer demnächst die verhängte Haftstrafe antreten. „Ich gehe aber davon aus, dass dies nicht mehr in diesem Jahr sein wird“, sagte Hermes.

Bundesanwalt Hartmut Schneider, der in der mündlichen Verhandlung Freispruch verlangt hatte, erklärte lediglich: „Der BGH hat entschieden, alle Fragen sind geklärt.“ Schneider hatte argumentiert, die Gesetzeslage erlaube keine Verurteilung wegen Betrugs. DFB-Präsident Zwanziger hatte diese Argumentation als „Schlag ins Gesicht“ bezeichnet.

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