Uruguay 1930
Europa ignorierte die WM-Premiere

Das Mutterland des Fußballs fehlte bei der Weltmeisterschafts-Premiere am 13. Juli 1930 in Uruguay - und das Gros der Europäer auch.

dpa HAMBURG. Bis auf Jugoslawien, Rumänien, Frankreich und Olympiasieger Belgien, die gemeinsam auf der "Conte Verde" nach Südamerika schipperten, scheuten sie die wochenlange, kostspielige Schiffsreise. Den "Erfindern des Spiels mit dem runden Leder" war das Turnier der verhassten FIFA vor 68 Jahren schlicht schnuppe.

Der sportliche Wert blieb deshalb umstritten, zumal die in Europa dominierenden Teams aus Österreich, Ungarn und der Tschechoslowakei ebenfalls daheim geblieben waren. Auch Deutschland und Schweden blieben der WM in Montevideo fern, die zum ersten und bislang letzten Mal ausschließlich in einer Stadt ausgespielt wurde.

Jugoslawien vertrat die Alte Welt ehrenvoll und zog als einer von vier Vorrunden-Siegern ins Halbfinale ein. Sensationell hatten sie Brasilien 2:1 geschlagen. Gleichwohl war Brasilien zu dieser Zeit noch nicht die Fußball-Macht Südamerikas. Der einzige kontinentale Konkurrent, den Uruguay damals ernst zu nehmen gewillt war, hieß Argentinien - der Endspielpartner.

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