Uwe Seeler wird 75
„Ich wäre auch gerne Weltmeister geworden“

Fußball-Idol Uwe Seeler ist ein Hamburger Wahrzeichen. Am Samstag wird „Uns Uwe“ 75. Im Interview spricht er über seinen Autounfall, die Kommerzialisierung des Fußballs und die Leiden seines Heimatvereins HSV.
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HamburgHaben Sie die Folgen des Autounfalls vor einem Jahr weggesteckt?

Im Moment bin ich ganz stabil. Ich kann auch wieder Auto fahren. Ich wurde zweimal an der Halswirbelsäule operiert und habe Bewegungseinschränkungen, aber keine Schmerzen. Meine Hörfähigkeit habe ich auf einem Ohr verloren. Ein Hörgerät hilft nicht mehr. Aber ich gehe damit offen um.

Müssen Sie deswegen auf den Golfsport verzichten?

Nicht ganz. Mich mit Freunden auf dem Platz treffen, lachen und klönen, ab und zu abschlagen, anschließend ein kleines Pils trinken und 'ne Frikadelle genießen - das ist Lebensqualität. Und die will ich mir erhalten.

Der HSV mutet Ihnen in dieser Saison viel zu. War das Ihr schwerstes Jahr?

Das ist es immer noch. Ich habe die Hoffnung, dass es irgendwann bergauf geht. Trainer Thorsten Fink kann ich nur viel Glück wünschen. Man muss jetzt aufbauen, aber mit Vorsicht. Noch ist kein Führungsspieler da. Auch die Erfahrenen rufen die gewohnten Leistungen nicht ab.

Ist Ihnen der Stadionbesuch ein Gräuel geworden?

Früher war es reine Freude. Jetzt gehe ich nur noch mit einem mulmigen Gefühl ins Stadion. Wir müssen jetzt um jeden Punkt kämpfen. Früher hatten wir gesagt: Die putzen wir weg! Heute ist das nicht mehr so. Egal welcher Tabellenplatz am Ende rauskommt: Hauptsache, wir steigen nicht ab.

Sind Sie noch beruflich aktiv?

Bis Ende 2011 bin ich für Adidas tätig. Dann sind das mehr als 50 Jahre.

Haben Sie Probleme mit dem Alter?

Die hat wohl jeder. Aber deswegen zu hadern halte ich für völlig verkehrt. Man kann nur machen, was man schafft. Ausschalten sollte man auf jeden Fall Hektik. Da muss man die Bremse ziehen.

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