Uwe Seeler wird 80
„Ich weiß auch nichts Neues über mich“

Uwe Seeler war der erste Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga und Kapitän der Nationalmannschaft. Zum 80. Geburtstag hat „Uns Uwe“ einen sehnlichen Wunsch: „Ich hoffe, dass ich den Abstieg des HSV nie erlebe.“

HamburgEine große Party mit mächtig Trubel wird's nicht geben, dafür wünscht sich Uwe Seeler zum 80. Geburtstag sehnlichst den Klassenverbleib seines Hamburger SV. „Ich hoffe, dass ich den Abstieg des HSV nie erlebe“, sagte die hanseatische Fußball-Ikone im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Am Samstag wird in einer HSV-Loge beim Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund im kleinen Kreis angestoßen.

Schon im Vorwege seines Ehrentages absolvierte der Jubilar einen Interview-Marathon. Tageszeitungen, Magazine, Fernsehstationen – jeder wollte mit Seeler sprechen. Und jedem wollte er es recht machen – trotz fehlender News. „Ich weiß auch nichts Neues über mich“, sagte Seeler verlegen.

Viel gelitten hat der nach wie vor erfolgreichste Stürmer des Bundesliga-Dinos in den vergangenen Jahren mit den Hanseaten, zwei Relegationen haben ihm fast körperliche Schmerzen zugefügt. Heimspiele im Volkspark lässt er trotzdem nicht aus. „Ich komme am Geburtstag natürlich ins Stadion und will guten Fußball sehen. Es wird schwer gegen Dortmund“, meint er. Erstmals seit langer Zeit begleitet ihn auch seine Ilka in den Volkspark – mit ihr ist er seit 57 Jahren verheiratet.

Vor der Partie wollen der HSV und der Deutsche Fußball-Bund Seeler ehren. Dazu gibt es Schecks für seine Stiftung für benachteiligte Menschen. „Dann kann ich in Ruhe Weihnachten feiern, wenn den Bedürftigen geholfen ist.“ Das ist Seeler, wie man ihn kennt. Ihm liegt das Wohl der anderen am Herzen.

Traumurlaub, Schiffsreise, Nobelkarosse – all das ist nichts für den bodenständigen Hamburger. Persönliche Wünsche oder Träume hat der DFB-Ehrenspielführer nicht. Ausnahme: die Gesundheit. „Nach meinem schweren Unfall bin ich sehr eingeschränkt. Tennis, Golf oder Fahrradfahren gehen nicht mehr. Die Ärzte wollen immer, dass ich mich am Rücken operieren lasse. Aber mit Physiotherapie geht es“, berichtete Seeler. „Ich kann noch mit meinem Hund spazieren gehen. Mehr geht nicht.“ Vor Jahren war er unverschuldet in einen schweren Auffahrunfall verwickelt. Seither ist er auf einem Ohr taub.

Er dosiert die vielen Termine mehr als früher. „Meine Frau protestiert auch manchmal. Aber ich nehme mir auch Auszeiten, dann fahre ich nach St. Peter-Ording, mache die Tür einfach zu.“ In der frischen Nordseeluft kann das Urgestein des HSV sogar von seinem Club abschalten. Besser als in Hamburg, wo er an jeder Ecke gefragt wird, warum es beim HSV nicht laufe. „Egal, wo du gehst und stehst. Auch ich kann da nichts sagen.“

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