Vectoring-Pläne der Telekom
Netzagentur legt EU-Streit um Internet-Ausbau bei

Im Streit zwischen Bundesnetzagentur und der EU-Kommission über den Netzausbau in Deutschland gibt es eine Einigung: Die Bonner Behörde bessert ihren Vorschlag nach. Im Sommer sollen die neuen Regeln feststehen.

FrankfurtDie Bundesnetzagentur hat im Streit mit der EU-Kommission um den geplanten milliardenschweren Internet-Ausbau der Deutschen Telekom eine Grundsatzeinigung erzielt. Die Bonner Behörde bessert ihren Vorschlag nach. „Ich gehe davon aus, dass wir die Bedenken der Kommission ausgeräumt haben“, sagte Behördenchef Jochen Homann am Donnerstag.

Mit dem sogenannten Vectoring will die Telekom aus ihren vor Jahrzehnten verlegten Kupfer-Telefonkabeln höhere Datengeschwindigkeiten herausholen. Bis 2018 will der Konzern so sechs Millionen Haushalte mit Internetgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) versorgen. Derzeit surfen Bundesbürger nach Berechnungen des Technologiekonzerns Akamai im Schnitt mit 12,9 Mbit/s. Konkurrenten fürchten Wettbewerbsnachteile durch den Ausbau der Vectoring-Technologie, sie sehen diese als veraltet an. Sie kritisieren, dass sich dadurch der dringend erforderliche Ausbau des Glasfasernetzes auf dem Land deutlich verlangsame und erschwert werde.

Es sei mit der EU-Kommission eine Verständigung über die Grundzüge des Vectoring-Einsatzes in den sogenannten Nahbereichen erarbeitet worden, erlärte die Bonner Behörde. Diese sehe vor, dass Telekom-Wettbewerber in mehr Gebieten selbst Vectoring-Technik einsetzen können. Darüber hinaus würden für die Wettbewerber die Zugangsbedingungen für den ersatzweise anzubietenden virtuellen Zugang zur „letzten Meile“ verbessert. Die Bonner Behörde rechnet damit, dass sie noch im Sommer die Regelungen für den Nahbereich festlegen kann.

„Wir gehen davon aus, dass die Telekom nunmehr ihre angekündigte Zusage für eine flächendeckende Erschließung aller Haushalte in den Nahbereichen mit schnellen Breitbandanschlüssen abgeben wird“, sagte Homann. „Gleiches gilt für die von den Wettbewerbern angekündigten Ausbau- und Investitionsangebote.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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