Verbale Schlammschlacht bei Togo
Generalsekretär unterstellt Pfister Alkoholprobleme

Ahn Jung-Hwan und Otto Pfister hießen die bestimmenden Gestalten beim 2:1-Sieg Südkoreas über Togo. Doch während der Duisburger Stürmer als strahlender Held daherkam, wird Togo-Coach Pfister zur tragischen WM-Gestalt.

Letztlich kehrte Otto Pfister doch noch auf Togos Trainerbank zurück, das große Happyend blieb jedoch aus. Nach dem unglücklichen Debüt der Westafrikaner bei der Fußball-WM ist das Theater um den deutschen Coach in eine Schlammschlacht ausgeartet. Togos Generalsekretär Assogbavi Komlan erhob heftige Vorwürfe gegen den gebürtigen Kölner, stellte seine weitere Zukunft bei den Afrikanern in Frage und rückte das 1:2 (1:0) im Weltmeisterschafts-Premierenspiel gegen Südkorea völlig in den Hintergrund. "Es war ein Fehler, dass Pfister zurückgekommen ist. Ich war von Anfang an gegen ihn", sagte Komlan und unterstellte dem 68-Jährigen sogar Alkoholprobleme: "Er trinkt zu viel."

Kein Rückhalt mehr für Pfister

Ob Pfister, dessen Engagement bei den "Sperbern" nach seiner Flucht in die Schweiz und der anschließenden Rückkehr am Montag bis kurz vor dem Anpfiff fraglich war, die Mannschaft auch im kommenden Spiel am Montag in Dortmund gegen die Schweiz betreuen wird, ist äußerst fraglich. "Es wird am Mittwoch ein Treffen geben", sagte Assogbavi: "Danach werden wir eine Entscheidung fällen."

Pfister war die Nervenanspannung deutlich anzumerken. Zu seiner Situation gab er "keinen Kommentar" und konterte die Nachfragen der Journalisten ungehalten. Ob die Leistung der Mannschaft ohne die Querelen der vergangenen Tage besser gewesen wäre, sei "rein hypothetisch", sagte Pfister und nahm stattdessen die Spieler in die Pflicht: "Sie waren etwas überheblich und haben ihre Chancen nicht genutzt."

Auch während der 90 Minuten auf der Trainerbank erlebte Pfister eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Scheinbar unbeeindruckt vom Theater um Pfister und vom Prämienstreit lieferte Togo in der ersten Halbzeit vor 48 000 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena eine erstaunlich starke Leistung und ging durch das erste WM-Tor in der Geschichte des Landes von Stürmer Mohamed Kader (31.) verdient mit 1:0 in Führung.

Doch als Knackpunkt machte Pfister zu Recht die Gelb-Rote Karte gegen seinen Kapitän Jean-Paul Abalo (53.) aus. Der bereits vorbelastete Abwehrchef konnte Südkoreas Star Park Ji-Sung vom englischen Renommierklub Manchester United unmittelbar vor dem Strafraum nur mit einem Foul bremsen. Den anschließenden Freistoß verwandelte Lee Chun-Soo (54.) zum Ausgleich, ehe "Volksheld" Ahn Jung-Hwan vom Erstliga-Absteiger MSV Duisburg zum 2:1 (72.) traf und sein Mythos im Nationalteam um eine weitere Erfolgsgeschichte bereicherte.

Ahn im Freudentaumel

"Ich bin überglücklich, dass ich dieses wichtige Tor erzielt habe", sagte der 30-Jährige, der die "Roten" vor vier Jahren bei der Heim-WM mit seinem Golden Goal gegen Italien ins Viertelfinale geschossen hatte: "Ich habe genau gesehen, dass Torhüter Kossi Agassa zu weit vor seinem Tor stand. Vielleicht kam es mir zugute, dass ich früher mit ihm beim FC Metz zusammen gespielt habe."

Trainer Dick Advocaat atmete nach dem hart erkämpften Erfolg seiner "Asian Tiger" kräftig durch. "Ich bin heilfroh, dass wir das Spiel noch umgebogen haben", sagte Advocaat: "Ich habe nach dem Seitenwechsel mit vier Stürmern alles riskiert. Normalerweise wirst du dann gekillt. Aber zum Glück ist es gut gegangen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%