Verdacht der Untreue
Ermittlungen gegen Ex-Bosse von Arminia Bielefeld

Wie die Staatsanwaltschaft bestätigt hat, wird gegen die früheren Bielefelder Klub-Bosse Hans-Hermann Schwick und Roland Kentsch aufgrund einer anonymen Anzeige ermittelt.

Der frühere Aufsichtsratschef Hans-Hermann Schwick und der ehemalige Schatzmeister Roland Kentsch stehen im Zuge der Ermittlungen gegen den Zweitligisten Arminia Bielefeld wegen des Verdachts der Untreue im Visier der Staatsanwaltschaft. Dies bestätigte Staatsanwaltssprecher Klaus Pollmann am Donnerstag. Auslöser für die Ermittlungen gegen die beiden damaligen Klub-Verantwortlichen war eine anonyme Anzeige.

Bei dem Ermittlungsverfahren geht es um den Bau der neuen Haupttribüne, der sich von anfangs veranschlagten elf auf 19 Mill. Euro verteuert hatte. Die Kostenexplosion gilt als wesentliche Ursache für die Finanzmisere, die den Zweitligisten an den Rand der Insolvenz getrieben hatte. Aktuell handelnde Personen aus Vorstand und Geschäftsführung des DSC Arminia sind laut Pollmann nicht von den Ermittlungen betroffen. Am vergangenen Freitag hatten Beamte auf der Arminia-Geschäftsstelle zahlreiche Aktenordner beschlagnahmt. Die Ermittlungen werden sich wohl über einige Monate hinziehen.

Haftstrafe bei Verurteilung nicht realistisch

Überprüft werde nun, ob die beiden Beteiligten Schwick und Kentsch gegen ihre Vermögensbetreuungspflicht und damit gegen die Interessen des Vereins verstoßen hätten, führte Pollmann weiter aus. Der Oberstaatsanwalt, der in die Ermittlungen selbst involviert ist, legte aber gleichzeitig großen Wert auf die Unschuldsvermutung für beide Beteiligten. "Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen, der Ausgang ist völlig offen. Ich warne davor, die beiden jetzt schon als Täter zu bezeichnen", so Pollmann.

Sollte sich der Tatbestand der vorsätzlichen Untreue bestätigen, droht als maximales Strafmaß eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Ein solches Ausmaß hält aber Pollmann in diesem Fall nicht für realistisch. "Da müsste schon grob vorsätzlich vorgegangen und in die eigene Tasche gewirtschaftet worden sein", so der Jurist.

© SID

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