Verein in finanziellen Schwierigkeiten
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schalke

Wegen des Anfangsverdachts der Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung führt die Staatsanwaltschaft Essen ein Ermittlungsverfahren gegen Bundesligist FC Schalke 04 durch.

DÜSSELDORF. Es gibt Sätze, die man später bereut. Die einem nachgeworfen werden in alle Ewigkeit. Meist sind sie deftig, offen und aggressiv. Zum Beispiel: „Im Grunde muss er für diesen Vergleich standrechtlich erschossen werden.“ Ausgesprochen hat dies Schalke-Manager Rudi Assauer im Februar 2005, gerichtet waren die giftigen Worte an Karlheinz Küting, Wirtschaftsprüfungsprofessor in Saarbrücken. Für das Magazin „Focus Money“ hatte er die Bilanzen der Schalker unter die Lupe genommen und erklärt: „Die Finanzlage bei Schalke halte ich für noch katastrophaler als bei Borussia Dortmund.“

Ein gewisser Triumph war Küting gestern anzuhören, als das Handelsblatt ihm die Nachrichten aus Gelsenkirchen überbrachte: Die Staatsanwaltschaft Essen hat ein Ermittlungsverfahren gegen Schalke 04 aufgenommen wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung.

„Es gab vor einiger Zeit eine Strafanzeige“, erklärte Wilhelm Kassenböhmer, der Sprecher der Behörde. Nach Durchsicht angeforderter Unterlagen sah man genug Stoff für eine Ermittlung. Schalkes Finanzchef Josef Schnusenberg wurde gestern auf der Fahrt von Bremen nach Gelsenkirchen von der Nachricht überrascht: „Ich bin zwar kein Jurist, aber wenn man uns Insolvenzverschleppung vorwirft, dann muss doch vorher auch eine Insolvenz vorgelegen haben, oder?“

Es geht um die erstaunliche Wertsteigerung des Parkstadions, der alten Spielstätte der Königsblauen. Sie war 2003 von der Stadt Gelsenkirchen für einen Euro an den Club verkauft worden – und tauchte in der Schalker Bilanz später mit einem Wert von 15,6 Mill. Euro auf. Nur so konnte der Jahresverlust von 18 Mill. einigermaßen übertüncht werden.

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