Verein will offenbar an Doll festhalten
HSV-Chef Hoffmann gesteht Fehler ein

Beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV deuten die Zeichen auf eine Fortsetzung der Saison nach der Winterpause mit Thomas Doll als Trainer. Vereinschef Bernd Hoffmann glaubt derweil, die größten Probleme erkannt zu haben, die zum sportlichen Absturz des HSV führten.

dpa HAMBURG. „Wir wünschen uns das, weil wir unverändert an das Gesamtkonzept glauben“, sagte Hoffmann im Sportmagazin „Kicker“. Der Vereinschef erklärte, die Verantwortlichen wollten „in der Konstellation weitermachen und hoffen, dass jeder die richtigen Lehren aus dieser Zeit zieht“. Das Resultat im letzten Hinrundenspiel bei Alemannia Aachen spielt offenbar nur eine untergeordnete Rolle.

Hoffmann gestand ein, die Auswirkungen des personellen Umbruchs im Team unterschätzt zu haben. Als die großen Probleme, die zum sportlichen Absturz des HSV geführt haben, nannte er „Verletzungen, Undiszipliniertheiten und das Nicht-Ausschöpfen der Möglichkeiten“. Hoffmann forderte Trainer Doll und Sportchef Dietmar Beiersdorfer auf, nach dem Spiel in Aachen ein schlüssiges Konzept vorzulegen, wie mit den handelnden Personen der Abstieg vermieden werden könne.

Beiersdorfer sieht die Notwendigkeit, das Bundesliga-Team zu verstärken. „Es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf“, sagte der ehemalige Nationalspieler im „Hamburger Abendblatt“, lehnte aber weitere Angaben zum Thema ab. Hoffmann würdigte unterdessen die Vorzüge des bei Schalke 04 auf die Bank verbannten Torhüters Frank Rost. „Er verkörpert das, was man im Abstiegskampf braucht“, sagte der Vereinschef.

Auch Beiersdorfer sprach sich für ein Festhalten an Doll aus. „Grundsätzlich halten wir Kontinuität für einen Erfolgsfaktor. Und ich bin überzeugt, dass Thomas ein hervorragender Trainer ist“, sagte der Sportchef, der noch vor kurzem nichts von Abstiegskampf hören wollte, sich aber jetzt eines Besseren hat belehren lassen: „Wir haben das Ziel, nicht abzusteigen. Darauf ist alles auszurichten.“ Lediglich zwölf Punkte nach 16 Spielen seien nicht zu entschuldigen.

Der Zusammenhalt in den Führungsgremien hat offenkundig Schaden genommen. Ohne Namen zu nennen, attackierte Beiersdorfer seine Mitstreiter: „Es sind Tendenzen erkennbar, dass jeder seine eigene Haut retten will. Aber ich bin nicht dafür da, meine Position abzusichern. Ich habe andere Aufgaben.“

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