Vereine halten an privatem Wettanbieter fest
Schlechte Quoten für 1860 und Werder Bremen

Obwohl das bayrische Innenministerium 1860 München verboten hat, Trikots mit dem Schriftzug des neuen Sponsors „betandwin “zu tragen, will der Zweitligist weiter für den privaten Wettanbieter werben. Gleiche Probleme hat auch Vizemeister Werder Bremen, der ebenfalls mit dem Wettanbieter kooperieren möchte.

HB MÜNCHEN. Unter den Augen der Staatsanwaltschaft haben die Fußball-Profis des TSV 1860 München am Montag erstmals in Deutschland mit der umstrittenen Trikotwerbung „bwin.de“ des neuen Hauptsponsors („betandwin“) trainiert. Damit ist eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Zweitligisten und dem Freistaat Bayern näher gerückt. Bayerns Landesregierung betrachtet das Unternehmen „betandwin“ als illegalen Wettanbieter.

„Wenn 1860 an der Werbung festhält, schicken wir ihnen den Staatsanwalt ins Haus“, hatte ein Sprecher des Innenministeriums angekündigt. Das war am Montag der Fall, als die erste Übungseinheit der „Löwen“ nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Österreich auf dem Vereinsgelände von der Staatsanwaltschaft München beobachtet wurde, wie Oberstaatsanwalt Anton Winkler der dpa bestätigte. „Wir haben uns das Geschehen angeschaut. Das war ein Beobachtungsvorgang“, sagte Winkler. Zu Beeinträchtigungen des Trainingsablaufes kam es nicht. Auch der Verkauf der neuen Trikots mit dem Aufdruck „bwin.de“ lief wie geplant an.

Zum Besuch der Staatsanwaltschaft bemerkte 1860-Geschäftsführer Stefan Ziffzer: „Wer nicht damit gerechnet hat, war naiv. Man sollte vermuten, dass der Staat eigentlich Recht hat. Wir haben eine andere Auffassung.“ Man sei der Meinung, „nichts Verbotenes“ zu tun, ergänzte Manager Stefan Reuter. Er sagte aber auch: „Wir müssen mit allem rechnen.“ Ein Ministeriumssprecher verdeutlichte am Montag die Entschlossenheit des Freistaates: „Illegales Glücksspiel und Werbung ist ein Straftatbestand. 1860 pfeift im Walde“, sagte Michael Ziegler.

Auf der Internetseite „bwin.de“ soll zum 1. August ein neues Portal mit kostenlosen Online-Spielen entstehen, die auch in Bayern erlaubt sind. Derzeit ist die Seite noch inhaltsfrei. Ziffzer wies am Montag erneut darauf hin, dass „betandwin“ mit einer Lizenz aus Sachsen agiere.

Grundlage für die Position des bayerischen Freistaates sind Urteile von Bundesverfassungsgericht und Bundesverwaltungsgericht, die in den vergangenen Monaten die Möglichkeiten privater Wettanbieter eingeschränkt und einen besseren Schutz für Spielsüchtige verlangt hatten. Der staatliche Wettanbieter „Oddset“ hatte daraufhin seine Werbung deutlich verringert.

Der TSV 1860 will unbedingt am Millionen-Vertrag mit dem Wettanbieter festhalten. Die Finanzspritze des Unternehmens hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass die finanziell angeschlagenen Münchner von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Lizenz für die neue Saison erhalten haben. Unterstützung erhalten die „Löwen“ vom Bundesligisten Werder Bremen, dessen Hauptsponsor künftig ebenfalls „betandwin“ ist. Man tausche sich mit den Werder-Verantwortlichen aus, sagte Reuter. Im Trainingslager in Österreich, wo es kein Werbeverbot gibt, trugen die „Löwen“-Profis in der vergangenen Woche das aktuelle Sponsoren-Logo.

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