Vereinsführung überrascht
Schalke nach Rangnick-Rücktritt unter Schock

Der FC Schalke steht unter Schock. Völlig überraschend erklärte Trainer Ralf Rangnick wegen eines Erschöpfungssyndroms seinen Rückzug. Diese Entscheidung trifft den Revierclub hart - und wirft viele Fragen nach dem wachsenden Leistungsdruck im Profifußball auf.
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GelsenkirchenNach dem überraschenden Rücktritt von Ralf Rangnick als Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 wird dessen bisheriger Co-Trainer Seppo Eichkorn die Mannschaft am Samstag im Heimspiel gegen den SC Freiburg betreuen. Dies gab Schalkes Manager Horst Heldt auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Suche nach einem neuen Cheftrainer werde der Verein in Kürze aufnehmen, aber vorrangig sei es, die plötzliche Amtsniederlegung von Rangnick, die Heldt als „Schock“ bezeichnete, zu verarbeiten und dem Trainer zu helfen.

Die Entscheidung für den Rücktritt von Rangnick, der seinen Dienst am 21. März in Schalke angetreten hatte, fiel am Mittwochabend gegen 22 Uhr. Heldt sagte, er habe am Mittwochnachmittag davon erfahren, dass Rangnick sich mit dem Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck seit einiger Zeit über seine angespannte psychische Situation beraten habe. Rangnick konsultierte zudem einen anderen Arzt seines Vertrauens.

Rarreck erklärte auf der Pressekonferenz, dass es sich bei der Erkrankung von Rangnick um „ein vegetatives Erschöpfungssyndrom“ handele, das eine Weiterarbeit des Trainers unmöglich gemacht habe. „Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, wann Ralf Rangnick zusammengeknallt wäre“, sagte Rarreck. Vom Erschöpfungssyndrom könne sich der 53-Jährige innerhalb einiger Monate erholen. Dann könne Rangnick wieder komplett gesund sein.

Bereits nach seiner Amtszeit in Hoffenheim, die am Jahresbeginn endete, hatte Rangnick das Bedürfnis verspürt, eine längere Pause bis zum Sommer einzulegen. Doch die schnelle Einigung mit Schalke durchkreuzte diese Pläne. Im März trat er die Nachfolge von Felix Magath an.

Zwar sei ihm die Entscheidung „unheimlich schwer gefallen“, sagte Rangnick. Aber aufgrund gesundheitlicher Probleme unumgänglich gewesen. „Mein derzeitiger Energielevel reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen.“

Der plötzliche Rückzug des Trainers überraschte auch die Vereinsführung: „Ich habe das am Mittwochabend erfahren und war total bestürzt“, sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. „Es kam für mich aus heiterem Himmel. Ich habe einen sehr engen Kontakt zu ihm. Bei mir hat sich nichts angedeutet.“ An eine Rückkehr Rangnicks sei zunächst nicht zu denken. Für dessen konsequente Entscheidung, sich wegen eines Erschöpfungssyndroms zurückzuziehen, äußerte Tönnies Verständnis: „Man muss den Menschen Ralf Rangnick über den Verein stellen. Das ist in diesem Moment das Wichtigste. Ich wünsche ihm, dass er wieder ganz gesund wird. “

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