Vergabe der WM 2018/2022
Fifa vor Tanz auf der Rasierklinge

Vor der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in Zürich herrscht weiter Unruhe. Nach der Verbannung von Reynald Temarii aus dem Fifa-Exko drohen juristische Scharmützel.

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin zeigt der Fifa die kalte Schulter und kritisiert wegen unlauterer Absprachen den "skrupellosen Wettbewerb", Juristen bezeichnen die Wahl bereits im Vorfeld als "rechtlich unwirksam". Für den Weltverband wird die skandalträchtige Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 heute (Bekanntgabe gegen 16 Uhr) im Messezentrum in Zürich zu einem Tanz auf der Rasierklinge. Die Zukunft und die Glaubwürdigkeit der Fifa stehen auf dem Spiel.

"Das Risiko der Fifa ist, dass ihr WM-Votum unwirksam sein könnte, wenn wir dem juristischen Prozedere folgen und der Sportgerichtshof CAS am Ende die Suspendierung aufheben sollte. Wenn die Fifa die aktuellen Fälle nicht wie bei meinem Klienten verfolgt, werde ich das in einem Prozess nutzen", sagte Geraldine Lisieur, die Anwältin des vor zwei Wochen suspendierten Fifa-Exekutivmitglieds Reynald Temarii (Tahiti), der Süddeutschen Zeitung.

Temarii ist derzeit auf dem besten Weg, aus dem Untergrund die Vergabe-Show zu torpedieren. Am Dienstag machte auch die Konföderation Ozeaniens der Fifa einen Strich durch die Rechnung, da nach dem Ausschluss von Temarii aus dem Exekutivkomitee kein Ersatz gestellt wird.

Temariis Einspruch bleibt bestehen

Temarii, der auf das Angebot eines britischen Journalisten reingefallen war und seine Stimme bei der WM-Vergabe feilgeboten hatte, wird seinen Einspruch gegen seine Sperre durch die Ethik-Kommission der Fifa nicht zurückziehen. "Ich habe mich entschieden, nicht auf dieses fundamentale Recht zu verzichten, um meine Ehre, Würde und Integrität nach diesen verleumderischen Vorwürfen wiederherzustellen", schrieb Temarii in einem Brief an den Weltverband.

Temarii war für ein Jahr gesperrt worden. Allerdings fehlt noch immer der schriftliche Beschluss der Ethik-Kommission, der bereits vor geraumer Zeit bei Temarii hätte eingehen müssen. "Ich kann meinem Klienten doch nicht empfehlen, eine Strafe zu akzeptieren, für die es gar keinen Beschluss gibt", sagte Temariis Rechtsbeistand Lisieur.

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