Verhaftete Fifa-Funktionäre in Angst
Bitte bloß keine Abschiebung in die USA!

Adieu, Zimmerservice, adieu, Wolfsbarsch-Filet: Die sieben festgenommenen Fifa-Funktionäre wurden unsanft aus ihren Luxus-Suiten in die Auslieferungshaft verlegt. In ihrer tristen Bleibe könnten sie noch lange schmoren.
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ZürichWie wäre es mit „Turbot de linge sauvage de l’atlantique“ (Rückenfilet vom Steinbutt) für 102 Franken oder „Bar de linge de l’ile d’Yeu de Laurent Eperon (gebratenes Filet vom wilden Wolfsbarsch) für 74 Franken?

Von solchen Köstlichkeiten, wie sie das Restaurant „Pavillon“ im Zürcher Fünf-Sterne-Hotel „Baur au lac“ anbietet, können Rafael Esquivel, Eugenio Figueredo, Eduardo Li, José Maria Marin, Julio Rocha, Jeffrey Webb und Costas Takkas jetzt nur noch träumen. Im Gefängnis stehen ihnen jetzt nur Mahlzeiten pro Tag im Gesamtwert von 15 Franken zu - etwa Kartoffelbrei und Rindsgulasch.

Seit Mittwoch sitzen die Fifa-Funktionäre in Zürcher Gefängnissen und kämpfen gegen ihre Auslieferung an die USA. Laut dem Bundesamt für Justiz hat nur einer der sieben Inhaftierten seine Bereitschaft signalisiert, sich dem vereinfachten Verfahren zu unterwerfen, was eine schnelle Auslieferung bedeuten könnte.

In welchem Knast die Funktionäre sitzen, verraten die Schweizer Behörden nicht. „Die Angeschuldigten befinden sich an verschiedenen Standorten im Kanton Zürich“, erklärt die Sprecherin des Zürcher Amts für Justizvollzug. Doch klar ist, dass die kleinen Zellen für die komfortverwöhnten Fußball-Funktionäre eine Qual sein müssen.

„In der Regel ist um 7 Uhr Tagwache“, so die Sprecherin. Gefrühstückt wird dann in der Zelle, die die Insassen auch selbst sauber halten müssen. Adieu, Zimmerservice. Auch das Klo befindet sich in der Zelle. „Bis 11.15 Uhr wird gearbeitet, entweder in Arbeitsräumen oder auf der Zelle“, so die Sprecherin weiter.

Die Häftlinge tüten Werbe-Sendungen ein oder falten Pappkartons. Unterbrochen wird die Arbeit durch einen einstündigen Spaziergang auf dem Gefängnisgelände. Ist keine oder zu wenig Arbeit vorhanden, müssen die Häftlinge zwei Drittel des Tages in ihren Zellen verbringen.

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Keine Hoffnung auf Kaution

Kommentare zu " Verhaftete Fifa-Funktionäre in Angst: Bitte bloß keine Abschiebung in die USA!"

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  • Kann stimmen oder auch nicht. Mein Mitgefuehl fuer die Betroffenen haelt sich in engen Grenzen.

  • Ist der FIFA-Skandal wegen Israel?
    Donnerstag, 28. Mai 2015 , von Freeman um 09:00

    Beim aktuellen Angriff auf die FIFA geht es nicht wirklich um Korruption. Die US-Justiz hat die Verhaftung der sieben FIFA-Funktionäre deshalb bei den Schweizer Behörden angeordnet, wegen der Abstimmung über die Aussetzung oder den Ausschluss von Israel. Ist es nicht interessant, wie Reporter der New York Times wieder vorab über die Verhaftung informiert wurden, deshalb Vorort waren und die Szene fotografiert haben? Die FIFA-Delegierten sollten am Freitag anlässlich ihres 65. regulären Weltkongress auch das Thema "Aussetzung oder den Ausschluss von Mitgliedern" behandeln und darüber entscheiden, denn der palästinensische Fussballverband hat die FIFA gebeten, über die Aussetzung Israels zu stimmen.

  • "Adieu, Zimmerservice, adieu, Wolfsbarsch-Filet: ..."
    Dafuer gibt es im US Knast "erotische Erlebnisse" in der Gemeinschaftsdusche. Tja, dumm gelaufen.

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